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title: "Der ukrainische Eisbrecher „Noosfera“ und die Station „Akademik Wernadski“ werden zur Basis für zwei internationale Klimaforschungsprojekte"
description: "Die ukrainische Station „Akademik Wernadski“ und der Eisbrecher „Noosfera“ werden zur Basis für zwei internationale Projekte im Rahmen des Programms „Horizont Europa“. Ende 2026 werden Wissenschaftler die mikrobiologische Zusammensetzung der Luft und das Kohlenstoffgleichgewicht des Südozeans untersuchen. 🇺🇦🔬❄️"
date: 2026-07-22T11:08:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ukrainischer-eisbrecher-noosfera-und-station-wernadski-internationale-forschung-de
tags: [antartica, noosfera, academy-vernadsky, horizon-europe, polarin]
publisher: "XAB.info"
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# Der ukrainische Eisbrecher „Noosfera“ und die Station „Akademik Wernadski“ werden zur Basis für zwei internationale Klimaforschungsprojekte

![Ukrainisches Eisbrecher-Schiff 'Noosphere' in der Antarktis mit Expeditionskanu vor schneebedeckten Bergen — Basis für internationale Klimaforschungsprojekte](https://xab.info/media/2026/07/22/ukrainian-icebreaker-noosfera-and-vernadsky-station-international-research/ukrainian-icebreaker-noosfera-and-vernadsky-station-international-research-1.webp)

Die ukrainische antarktische Infrastruktur wird zu einem Schlüsselelement im globalen wissenschaftlichen Netzwerk. Das Nationale Zentrum für antarktische Forschung (NACR) kündigte den Start zweier umfassender internationaler Studien an, die auf der Basis der Station „Akademik Wernadski“ und des Eisbrechers „Noosfera“ durchgeführt werden sollen.

Beide Projekte werden im Rahmen der Initiative POLARIN umgesetzt, die Teil des Programms „Horizont Europa“ ist. Dieses Programm zielt darauf ab, Wissenschaftlern aus der ganzen Welt Zugang zu polaren Infrastrukturen zu gewähren. Der Start der Forschungen ist für die nächste antarktische Saison geplant, die Ende 2026 beginnen wird.

### Der POLARIN-Konsortium und die Rolle der Ukraine

Das Projekt POLARIN vereint 64 polare Forschungsinfrastrukturen, die Organisationen aus verschiedenen Ländern der Welt gehören. Gemäß den Regeln des Konsortiums haben die Teilnehmer freien Zugang zu den Objekten, die im Rahmen von Wettbewerben ausgewählt wurden. Die Ukraine hat ihren Status als aktives Mitglied der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft bestätigt, indem sie als Plattform für die ersten Gewinner des Wettbewerbs dient.

Zwei Projekte – MICROAIRPOLAR und TRICUSO-FLOATS – erhielten prioritären Zugang zu ukrainischen Einrichtungen. Dies ermöglicht es Wissenschaftlern, die einzigartigen Möglichkeiten des Eisbrechers und der festen Station zur Sammlung von kritisch wichtigen Daten zu nutzen.

### Projekt MICROAIRPOLAR: Wer lebt in der polaren Luft?

Die erste Studie, MICROAIRPOLAR, konzentriert sich auf die Untersuchung der mikrobiologischen Zusammensetzung der Atmosphäre. Im Rahmen des Projekts wird an der Station „Akademik Wernadski“ eine spezielle Ausrüstung namens MicroAirCollector installiert. Ihre Aufgabe besteht darin, Proben von Mikroorganismen aus der Luft an verschiedenen Standorten zu entnehmen.

Die gewonnenen Proben werden einer genetischen Analyse unterzogen, um die Frage zu beantworten: „Wer wird genau vom Wind in die polaren Regionen verschleppt?“. Darüber hinaus werden mit Hilfe von Rechenmodellen die Migrationsrouten dieser Mikroorganismen verfolgt.

Die Aktualität des Projekts ergibt sich daraus, dass Mikroorganismen als erste Oberflächen besiedeln, die gerade vom Eis befreit wurden. Unter den Bedingungen des raschen Schmelzens der Eismassen in den polaren Regionen werden genau diese Mikroben eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der zukünftigen Biodiversität spielen. Das Projekt wird von Wissenschaftlern der Autonomen Universität Madrid (Spanien) und der Universität Northumbria (Großbritannien) umgesetzt.

### Projekt TRICUSO-FLOATS: Das Kohlenstoffgleichgewicht des Südozeans

Die zweite Studie, TRICUSO-FLOATS, wird auf hoher See von Bord des Eisbrechers „Noosfera“ durchgeführt. Im Rahmen des Projekts ist der Start von sechs autonomen Bojen (Argo-Bojen) geplant, die mit hochpräzisen Sensoren ausgestattet sind.

Diese Geräte werden die Gesamtabsorptionsfähigkeit des Wassers und den Gehalt an gelöstem anorganischem Kohlenstoff messen. Die gewonnenen Daten werden es ermöglichen, quantitativ zu bewerten, wie viel Kohlenstoff der Südozean aufnimmt.

Laut vorläufigen Daten nimmt der Südozean etwa 40 % des gesamten CO2 auf, das vom Weltmeer gespeichert wird. Allerdings bestehen derzeit erhebliche Diskrepanzen zwischen den Beobachtungsdaten und den Klimamodellen dieses Prozesses. Die Erweiterung der räumlichen und zeitlichen Abdeckung autonomer Messungen wird dazu beitragen, diese Unsicherheit zu verringern und die Klimaprognosen zu verfeinern. Das Projekt wird von einem Konsortium von Wissenschaftlern aus drei Einrichtungen verschiedener Länder umgesetzt.