Die Regierung der Ukraine hat offiziell den Ort für den zukünftigen ukrainischen Nationalen Pantheon bestimmt. Das Kabinett der Minister hat eine Verordnung erlassen, wonach der Gedenkkomplex im Zentrum von Kiew, auf dem Gelände des Nationalen Naturparks „Kiewer Höhlenkloster', errichtet werden soll. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf das Ukrainische Institut für nationales Gedächtnis (UINP).
Umsetzungsplan und Projektstruktur
Die von UINP entwickelte Verordnung gibt die Richtung für die weitere Arbeit vor. Das Dokument sieht die Vorbereitung eines detaillierten Konzepts und der Struktur des Pantheons vor sowie die Festlegung der Formen der Gedenkstätte. Der Schaffensprozess wird ohne breite Diskussionen nicht auskommen: Sowohl Experten- als auch öffentliche Anhörungen sind geplant.
Ein Schlüsselschritt wird die Verifizierung der Kandidaten für die Bestattung sein. Diese Aufgabe muss UINP gemeinsam mit dem Außenministerium in naher Zukunft lösen. Auf die Liste der Bewerber werden Kämpfer für die Unabhängigkeit der Ukraine und andere Persönlichkeiten, die eine wichtige Rolle bei der Formung des nationalen Bewusstseins gespielt haben, aufgenommen. Besonderes Augenmerk wird auf diejenigen gelegt, die derzeit außerhalb des Landes ruhen: Ihre sterblichen Überreste könnten auf dem Gelände des neuen Denkmals umgebettet werden.
Architekturwettbewerb und Finanzierung
Das ukrainische Kulturministerium hat die Verantwortung für die Auswahl eines konkreten Standorts innerhalb des Reservats übernommen. Dabei werden die Anforderungen zum Schutz des kulturellen Erbes, die Nutzungsbeschränkungen von Land und die internationalen Verpflichtungen des Staates strikt eingehalten.
Für die Gestaltung des Pantheons wird das Kulturministerium einen Architekturwettbewerb organisieren. Zu dessen Durchführung ist geplant, einen breiten Kreis von Teilnehmern einzubeziehen: von Vertretern der Behörden und der lokalen Selbstverwaltung bis hin zu internationalen Organisationen, religiösen Vereinigungen sowie professionellen Architekten, Historikern und Kunsthistorikern.
Die Finanzierung der Errichtung, Einrichtung und des weiteren Betriebs des Pantheons wird aus Mitteln des Staatshaushalts sowie aus anderen, gesetzlich nicht verbotenen Quellen erfolgen.
Politischer Kontext und Reaktion der Nachbarn
Die offizielle Festlegung des Projekts wurde möglich, nachdem das Parlament der Ukraine am 1. Juli das entsprechende Gesetz Nr. 15360 verabschiedet hatte. Für das Dokument stimmten 287 Volksabgeordnete.
Allerdings löste die Initiative bereits auf der Stufe des Gesetzesentwurfs eine Resonanz aus. In Polen wurde das Projekt äußerst negativ bewertet. In der Präsidentschaftskanzlei von Karol Nawrocki wurde die Unterzeichnung des Gesetzes durch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als „Handlungen eskalatorischer Natur' bezeichnet. Warschau verband diesen Schritt mit der Entscheidung Kiews, einem der militärischen Einheiten den Namen „Helden der UPA' zu verleihen.