Die ukrainischen Entwickler Vladislava und Daria Shinkarenko haben die mobile Anwendung „Oriyentir“ entwickelt, mit der Autofahrer Routen planen und ohne GPS-Signal oder mobiles Internet navigieren können. Diese Neuentwicklung ist eine zeitgemäße Reaktion auf regelmäßige Kommunikationsausfälle und den aktiven Einsatz von Systemen der elektronischen Kampfführung (EW), die den Transport in mehreren Regionen erheblich erschweren. Das Programm verbindet erfolgreich die Funktionen eines klassischen Navigationsdienstes mit einem vollständig autonomen Navigationssystem und hilft Fahrern, schwierige Wegstrecken sicher zu meistern.
Funktionsweise im autonomen Modus
Beim plötzlichen Ausfall des Satellitensignals schaltet die Anwendung „Oriyentir“ automatisch auf die integrierten Bewegungssensoren des Smartphones um. Spezifische Algorithmen werten die Geschwindigkeit und Karosseriedrehungen des Fahrzeugs aus, sodass die Markierung auf einer vorab heruntergeladenen Offline-Karte gehalten werden kann. Der Startpunkt wird vom Fahrer manuell festgelegt, und bei einer Verschiebung der Markierung kann diese durch einen doppelten Tipp auf den Bildschirm korrigiert werden.
Um eine maximale Positionierungsgenauigkeit zu erreichen, empfehlen die Entwickler, das Gerät fest und sicher in einer Autohalterung zu fixieren. Hochwertige Offline-Karten aller Regionen der Ukraine mit detaillierter Suche bis zur Hausnummer sind bereits in das Programm integriert. Nutzer können zudem komplexe Routen mit mehreren Zwischenstopps erstellen und aktuelle Verkehrsinformationen berücksichtigen.
Beliebtheit und Statistiken der ersten Wochen
Der Start des Projekts im offiziellen App Store stieß bei Autofahrern und Experten auf großes Interesse. Bereits in den ersten zwei Wochen nach der offiziellen Veröffentlichung wurde die ukrainische App über 23.000 Mal heruntergeladen, wodurch sie sich in den Top 3 der Kategorie „Navigation“ etablieren konnte. Die zusammenfassenden Statistiken zeigen beeindruckende Leistungswerte: Vom 6. bis zum 24. Oktober legten Fahrer über 34.000 Kilometer mit aktivem GPS und weitere 9.000 Kilometer direkt im autonomen Modus zurück.
Pläne der Entwickler und weitere Entwicklung
Derzeit durchläuft die Vollversion für mobile Geräte mit dem Betriebssystem Android die geschlossene Testphase. Bereits im November planen die Projektverantwortlichen die offizielle Veröffentlichung im Google Play Store sowie die Einführung der Unterstützung für die CarPlay-Plattform. Ein weiterer wichtiger Meilenstein wird die für Dezember geplante Integration von Android Auto sein, wodurch sich die Nutzerbasis erheblich vergrößert und die Navigation für zahlreiche Automarken zugänglich wird.