In Japan ist das Nagoya Basho zu Ende gegangen, wobei der ukrainische Sumōringer Daniil Yavhusyishin, der unter dem Namen Aonishiki antritt, als Triumphator hervorging. Der 22-jährige Athlet aus Winnyzja hob zum dritten Mal in seiner Karriere den prestigeträchtigen Kaiserpokal und bestätigte damit seinen Status als einer der stärksten Ringer der Welt.
Dramatisches Finale und der Weg zum Sieg
Der Weg zum Titel war nicht einfach. Vor dem letzten, 15. Tag des Hauptturniers hatte der Ukrainer 12 Siege und zwei Niederlagen auf dem Konto. Im entscheidenden Kampf unterlag er dem japanischen Ringer Atamifuji, was zu einer komplizierten Situation führte: Drei Athleten beendeten die Hauptrunde mit dem gleichen Ergebnis von 12:3. Im Play-off qualifizierten sich neben Aonishiki und Atamifuji auch der mongolische Ozeki Kirishima.
In den zusätzlichen Kämpfen nahm der Ukrainer zunächst Revanche gegen Atamifuji und besiegte dann im Finalkampf Kirishima. Dieser Sieg wurde zu einem historischen Meilenstein für den Einheimischen aus Winnyzja, der der einzige Ukrainer bleibt, der den Kaiserpokal gewonnen hat, und dies bereits zum dritten Mal tat. Die vorherigen Titel errang er im November 2025 und im Januar 2026.
Rückkehr an die Spitze
Neben dem Turniersieg holte sich Aonishiki auch den Rang des Ozeki zurück – die zweithöchste und prestigeträchtigste Kategorie im professionellen Sumō nach der höchsten Kategorie Yokozuna. Zuvor hatte er diesen Status aufgrund einer Knöchelverletzung verloren, die ihn dazu zwang, den März-Turnier vorzeitig abzubrechen und die Mai-Wettkämpfe zu verpassen. Nun, nachdem er die Schwierigkeiten überwunden hat, steht er wieder auf dem Podium des japanischen Sumō.
Von Winnyzja nach Japan: Eine Erfolgsgeschichte
Daniil Yavhusyishin wurde am 23. März 2004 geboren. Mit dem Sumō begann er im Alter von sieben Jahren, parallel dazu trainierte er Judo und Freistilringen. Auf Juniorenebene bewies er bereits sein Können, wurde Europameister 2019 und Bronzemedaillengewinner der Junioren-Weltmeisterschaft sowie mehrfacher ukrainischer Meister.
Die professionelle Karriere in Japan begann nach dem Beginn der vollen Invasion Russlands, als der Sportler die Ukraine verließ, zunächst nach Deutschland und dann nach Japan reiste. In Japan tritt er unter dem Namen Aonishiki Arata an. Der Pseudonym hat eine tiefe Bedeutung: „Blauer Brokat“ – die blaue Farbe verweist auf die ukrainische Flagge, und das Wort „Brokat“ symbolisiert Adel und Ehre. Den zweiten Teil des Namens wählte er zu Ehren seines japanischen Freundes Arata Yamanaka, der ihm half, seine Karriere im neuen Land zu beginnen.
Blick in die Zukunft
Das nächste große Ziel für den ukrainischen Sumōringer ist die Erlangung des höchsten Ranges im japanischen Sumō – des Yokozuna. Der Triumph beim Nagoya Basho war ein kraftvoller Schritt auf dem Weg zu diesem ehrgeizigen Traum.