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title: "Wie sich der ukrainische Tourismus im Laufe des Krieges umgestaltet hat: Das Meer kehrt zurück, und Urlaub wird zu einer Form der Erholung"
description: "Alexei Wojtzechowski, Gründer des Portals „Zu Meer und Bergen“, beschreibt, wie sich der Inlandstourismus der Ukraine im Laufe des Krieges umgestaltet hat: Die Nachfrage nach dem Meer steigt, die Geografie weitet sich aus, und Urlaub wird zu einer Form der psychologischen Erholung."
date: 2026-08-22T12:20:05.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ukrainischer-tourismus-waehrend-des-krieges-meer-kehrt-zurueck-de
tags: [ukraine-tourism, domestic-tourism, odessa, carpathians, travel-behavior, war-impact]
publisher: "XAB.info"
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# Wie sich der ukrainische Tourismus im Laufe des Krieges umgestaltet hat: Das Meer kehrt zurück, und Urlaub wird zu einer Form der Erholung

![Eine Gruppe von Wanderern mit Rucksäcken prüft eine Karte auf einem Waldweg – ein Beispiel für inländischen Wandertourismus in der Ukraine als Weg zur Erholung](https://xab.info/media/2026/08/22/ukrainskyi-turizm-pid-chas-viyni-more-povernutasya/ukrainskyi-turizm-pid-chas-viyni-more-povernutasya-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Der Inlandstourismus der Ukraine ist nicht verschwunden, sondern hat sich im Vergleich zum Vorkriegsniveau verringert und deutlich umstrukturiert: Touristen bewerten nun das gesamte Reiseszenario und nicht nur Preis und Lage.
- In der aktuellen Saison wird einer der höchsten nachkriegszeitlichen Interessenwerte am Meeresurlaub verzeichnet, wobei sich die Nachfrage breiter verteilt – hin zu Zaliv, Karolino-Buhaz, Kobylevo und anderen Küstengebieten.
- Ein neuer Schlüsselfaktor ist die psychologische Erholung: Urlaub wird als Möglichkeit gesehen, für einige Tage aus dem Modus ständiger Spannung auszusteigen.
- Alle Schlussfolgerungen basieren auf jahrelangen Beobachtungen des Publikums eines Tourismusservices und stellen keine staatliche Statistik oder eine repräsentative Umfrage dar.

### Der Inlandstourismus ist nicht verschwunden, sondern hat sich deutlich umstrukturiert

Laut Alexei Wojtzechowski, dem Gründer des Tourismusportals „Zu Meer und Bergen“, ist der ukrainische Inlandstourismus während des Krieges nicht verschwunden, auch wenn er im Vergleich zu den vorkriegszeitlichen Werten zurückgegangen ist. Die entscheidende Veränderung, wie er beobachtet, liegt in der Logik der Nachfrage: Touristen haben aufgehört, ihren Urlaub nach dem einfachen Prinzip „Meer bedeutet Meer, Berge bedeuten Berge“ zu wählen, und bewerten nun das gesamte Szenario einer Reise. Der Autor betont, dass seine Schlussfolgerungen nicht auf einer einmaligen saisonalen Momentaufnahme basieren, sondern auf jahrelangen Beobachtungen des Verhaltens der Nutzer seines Dienstes und auf ständigen Gesprächen mit Vermietern an Meereskurorten und in den Karpaten. Genau diese lange Zeitspanne erlaubt es ihm, seiner Meinung nach, stabile Trends von zufälligen Faktoren wie Wetter, Stromausfällen oder lokalen Sicherheitsänderungen zu trennen.

### Von der einfachen Wahl zur Bewertung des gesamten Szenarios und der psychologischen Erholung

Wojtzechowski stellt fest, dass es für moderne Touristen schwieriger geworden ist, Entscheidungen zu treffen: Menschen wägen heute häufiger nicht nur Preis, Fotos und Lage ab, sondern auch, wofür sie bereit sind zu zahlen, wofür sie bereit sind, weit zu reisen, und was ihnen genau einige Tage außerhalb ihres gewohnten, angespannten Alltags schenken soll. Er hebt den Faktor der psychologischen Erholung besonders hervor, der früher viel seltener diskutiert wurde. Nach mehreren Jahren Krieg ist der Urlaub für viele zu einer Möglichkeit geworden, den Rhythmus zu ändern, ausreichend zu schlafen, Zeit mit der Familie zu verbringen und das Gefühl der „Endlichkeit“ des Lebens zurückzugewinnen. Nach Einschätzung des Autors bestimmt genau diese emotionale Komponente heute die sichtbarsten Veränderungen in den Präferenzen der Reisenden.

### Das Meer kehrt stärker zurück, als erwartet

Im aktuellen Saison verzeichnet das Portal ein sehr hohes Interesse am Meeresurlaub – faktisch das auffälligste seit Beginn des umfassenden Krieges. Auf den ersten Blick erscheint dies paradox: Die Sicherheitssituation bleibt schwierig, insbesondere in Odessa, wo weiterhin Luftalarme bestehen, Risiken bestehen und Fragen zur Nutzung von Stränden in beliebten Gebieten offen sind. Das Verhalten der Touristen zeigt jedoch, wie Wojtzechowski sagt, dass der Wunsch, zumindest für kurze Zeit zum gewohnten Sommerszenario zurückzukehren, sehr stark war. Für einen Menschen, der unter ständiger Spannung lebt, wird das Meer nicht einfach nur zu Sonne und Strand, sondern zu einer Erinnerung an ein normales Leben – die Möglichkeit, nicht von einer Sirene, sondern vom Rauschen der Wellen aufzuwachen und einige Tage lang zu spüren, dass das Leben nicht nur aus Nachrichten und Sorgen besteht.

### Die Geografie der Nachfrage weitet sich aus, und Touristen gehen Kompromisse ein

Ein wichtiges Ergebnis des gestiegenen Interesses am Meer ist die Bereitschaft der Reisenden zu Kompromissen. Wenn Menschen früher eine Reise aufgrund eines geringen Unterschieds im Komfort oder des Fehlens gewohnter Infrastruktur abgesagt haben, akzeptieren nun einige Touristen gewisse Unannehmlichkeiten, nur um am Meer zu sein. Daher verteilt sich das Interesse in dieser Saison nicht nur auf den traditionell beliebten Ort Odessa, sondern auch auf Kurortlokationen, die noch vor kurzem als weniger offensichtliche Wahl galten: Zaliv, Karolino-Buhaz, Kobylevo und andere Küstengebiete. Es funktioniert eine einfache Logik: Wenn an einem Ort die Unterkünfte teurer werden und es schwieriger ist, freie Optionen zu finden, schaut der Tourist breiter, und jede Lokation mit Meer, normalem Zugang und einem minimalen Serviceangebot wird zum Konkurrenten für die bekanntesten Orte. Infolgedessen hört der Meeresurlaub allmählich auf, eine Geschichte über ein oder zwei berühmte Orte zu sein, und die Nachfrage verteilt sich breiter.

### Einschränkungen: Dies ist eine Expertenbeobachtung, keine staatliche Statistik

Es ist wichtig, die Natur der angeführten Daten zu berücksichtigen. Wojtzechowski weist direkt darauf hin, dass seine Schlussfolgerungen keine soziologische Umfrage und keine staatliche Statistik sind, sondern eine praktische Beobachtung des tatsächlichen Verhaltens des Publikums eines bestimmten Tourismusservices. Das bedeutet, dass die gespiegelte Dynamik die Trends innerhalb des Publikums des Portals gut beschreibt, aber keine repräsentative Stichprobe für das gesamte Land darstellt. Darüber hinaus betont der Autor selbst, dass eine Saison irreführend sein kann: Sie wird von Wetter, Stromausfällen und Sicherheitsänderungen beeinflusst. Daher sollten die beschriebenen Verschiebungen – das gestiegene Interesse am Meer, die Ausweitung der Geografie, der Fokus auf psychologische Erholung – als eine stabile Tendenz verstanden werden, die über eine lange Distanz festgehalten wurde, und nicht als eine genaue quantitative Messung des Marktes.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Wie sich der ukrainische Tourist während des Krieges verändert hat: Das Meer kehrt zurück, die Karpaten weichen nicht](https://wave.rbc.ua/ukr/trips/k-zminivsya-ukrayinskiy-turist-pid-chas-viyni-1787314738.html) - Единственный источник — экспертное наблюдение основателя портала «На море и в горы» Алексея Войцеховского. Подтверждает: сокращение внутреннего туризма относительно довоенного уровня при его перестройке; высокий поствоенный спрос на море; расширение географии (Залив, Каролино-Бугаз, Коблево); роль психологического восстановления. Оговорка: автор сам указывает, что это не госстатистика и не соцопрос, а наблюдение за аудиторией одного сервиса, поэтому данные не являются репрезентативными по стране.

## ❓ FAQ

### Q: Ist der Inlandstourismus in der Ukraine während des Krieges verschwunden?
**A:** Nein. Laut Beobachtungen des Gründers des Portals „Zu Meer und Bergen“ ist der Inlandstourismus nicht verschwunden, obwohl er im Vergleich zu den vorkriegszeitlichen Werten deutlich zurückgegangen ist. Die wichtigste Veränderung liegt in der Logik der Nachfrage: Touristen wählen sorgfältiger aus, wofür sie bereit sind zu zahlen und wofür sie reisen, und bewerten das gesamte Reiseszenario und nicht nur Preis und Lage.

### Q: Warum steigt in der aktuellen Saison die Nachfrage nach Meeresurlaub, trotz Sicherheitsrisiken?
**A:** Nach Einschätzung des Autors war der Wunsch, zumindest für kurze Zeit zum gewohnten Sommerszenario zurückzukehren, sehr stark: Für Menschen, die unter ständiger Spannung leben, ist das Meer zu einer Form der psychologischen Erholung geworden – aufwachen nicht von einer Sirene, sondern vom Rauschen der Wellen und für einige Tage aus dem Modus der Sorgen auszusteigen. Ein Teil der Touristen ist auch bereit, Kompromisse einzugehen und gewisse Unannehmlichkeiten zu akzeptieren, nur um am Meer zu sein.

### Q: Stellen die angeführten Daten staatliche Statistik dar?
**A:** Nein. Alexei Wojtzechowski weist direkt darauf hin, dass es sich nicht um eine soziologische Umfrage oder staatliche Statistik handelt, sondern um eine praktische, jahrelange Beobachtung des Verhaltens des Publikums seines Tourismusservices und Gespräche mit Vermietern an Meereskurorten und in den Karpaten. Daher beschreiben die gespiegelten Trends die Dynamik innerhalb des Publikums des Portals und stellen keine repräsentative Messung des gesamten Marktes dar.