Ukrainische Unternehmen, die auf dem Lebensmittelmarkt Afrikas tätig sind, sehen sich einer neuen, extrem aggressiven Drucktaktik gegenüber. Wie sich herausstellte, nachdem eine Fracht mit ukrainischem Getreide im Hafen eingetroffen und erfolgreich entladen wurde, behaupten die lokalen Behörden plötzlich Probleme mit der Produktqualität.

Das Schema 'nach der Entladung'

Leonid Kotschatschenko, Präsident der Ukrainischen Agrarkonföderation, beschreibt eine weit verbreitete Praxis, die für Exporteure zu einer echten Prüfung geworden ist. In Regionen mit akutem Nahrungsmittelbedarf agieren intransparente staatliche Strukturen, die oft internationales Recht ignorieren.

Das Schema funktioniert nach einem klaren Algorithmus: Die Fracht trifft ein, wird entladen, und erst in diesem Stadium erklären lokale Beamte eine 'Nichteinhaltung der Qualitätsstandards'. Gleichzeitig werden internationale SGS-Zertifikate, die weltweit anerkannt sind, schlicht ignoriert.

'Sie sagen: 'Auf Anweisung unseres Führers prüft nur das staatliche Labor, also haben wir geprüft, und das ist überhaupt nicht das, was wir wollten. Entweder Sie halbieren den Preis, oder Sie holen Ihre Ware zurück', — erzählt Kotschatschenko.

Finanzielle Sackgasse

Die Situation wird dadurch verschärft, dass alle Forderungen erst dann gestellt werden, wenn sich die Ware physisch bereits im Hafen des Importlandes befindet. Parallel zum Druck bezüglich der Qualität weigern sich lokale Banken, die unter staatlicher Kontrolle stehen, Akkreditive zu eröffnen und frieren Zahlungen an ukrainische Unternehmen ein.

Experten merken an, dass dies nur ein Teil des allgemeinen Kampfes um Märkte ist. Zuvor wurde berichtet, dass Russland aktiv die Ernährungssicherheit afrikanischer Länder in Abhängigkeit von eigenem Getreide bringt. Seit 2023 hat Moskau großangelegte Lieferungen aufgenommen und den Einfluss in der Region durch subventionierte Preise und bilaterale Abkommen schrittweise ausgebaut, um Konkurrenten vom Markt zu verdrängen.