---
title: "Ultimatum aus Astana: EAWR stellt Armenien eine harte Frist für die Wahl zwischen Moskau und Brüssel"
description: "Die Führer der EAWR stellten Armenien in Astana ein Ultimatum: Bis Ende 2026 muss zwischen dem Bund und der EU gewählt werden. Putin nannte den Preis für den Austritt aus dem Block – der Verlust von 14 % des BVP aufgrund steigender Energiepreise. 🇦🇲🇷🇺🇪🇺"
date: 2026-05-30T11:13:20.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ultimatum-aus-astana-eawr-stellt-armenien-eine-harte-frist-fur-die-wahl-zwischen-moskau-und-brussel
tags: []
publisher: "XAB.info"
---

# Ultimatum aus Astana: EAWR stellt Armenien eine harte Frist für die Wahl zwischen Moskau und Brüssel

![Führer der EAWR-Länder diskutieren den Status Armeniens im Bund auf dem Gipfel in Astana](https://xab.info/media/2026/05/30/ultimatum-iz-astany-eaes-stavit-armenii-deadline-po-vyboru/sammit-eaes-v-astane-2026.webp)

In Astana ereignete sich ein Moment, der die geopolitischen Bündnisse im Südkaukasus umkrempeln könnte. Die Führer der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWR) – Russland, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan – verzichteten auf eine weiche diplomatische Rhetorik und stellten Jerewan ein Ultimatum. Auf dem Gipfel in Kasachstan wurde eine beispiellose Entscheidung getroffen: Armenien wurde bis Dezember 2026 Zeit gegeben, um endgültig den Entwicklungskurs festzulegen. Entweder bleibt das Land im eurasischen Block, oder es bereitet den Boden für die Integration in die Europäische Union vor; eine Kombination beider Wege ist nicht mehr möglich.

### Das Ende der Ära der „zwei Wege“

Die Strategie der armenischen Regierung, die Premierminister Nikol Paschinjan als „Diversifizierung“ bezeichnete, erreichte ihr logisches Ende. Jerewan versuchte, einen Ausgleich zu schaffen, indem es erklärte, nicht zwischen „einem Weg“ und „einem Pipeline“ wählen zu wollen. In Astana wurde dieser Manöver jedoch hart blockiert. Die Führer der EAWR forderten die Abhaltung eines Referendums, das dem armenischen Volk das Recht geben soll, das Schicksal der Mitgliedschaft im Bund endgültig zu entscheiden.

Das Fehlen von Nikol Paschinjan auf dem Gipfel war ein lautes Signal. Der offizielle Grund war der Wahlkampf vor den vorgezogenen Wahlen am 7. Juni. Tatsächlich bestätigte dies jedoch nur, dass Jerewan nicht zu einem Dialog auf Augenhöhe bereit ist. Für die armenische Delegation war Vize-Premier Mher Grigoryan verantwortlich, der versuchte, die Ecken abzurunden und die Partner von seiner Loyalität zu überzeugen. Diplomatische Reverenzen funktionieren jedoch nicht mehr: Moskau begann, seine Märkte für einzelne armenische Waren zu schließen und wandelte wirtschaftliche Drohungen in Realität um.

### Die Wirtschaft als Druckhebel

Wladimir Putin verwendete auf der Pressekonferenz nach dem Gipfel keine Metaphern, sondern operierte mit trockenen Zahlen. Er legte klar die Kosten eines „europäischen Schwenks“ für die Wirtschaft Armeniens dar. Der Übergang zu EU-Standards würde, laut dem russischen Führer, von Moskau das Einstellen fast aller Integrationsprozesse erfordern.

Der Schlüsselargument waren Energieträger. Der Unterschied in den Kosten für Gas und Strom zwischen der EAWR und Europa ist enorm – von 150 Euro bis 600 Euro. Der Verlust von Präferenztarifen könnte, nach Berechnungen des Kremls, der armenischen Wirtschaft bis zu 14 % des BIP kosten. Dies ist nicht nur eine Warnung, sondern eine mathematische Berechnung der Folgen eines geopolitischen Scheiterns.

### Ursachen der Krise: von Karabach bis Brüssel

Der Bruch der Beziehungen geschah nicht aus dem Nichts. Alles begann bereits im September 2022, als Jerewan, in einer schwierigen militärischen Situation mit Aserbaidschan, Hilfe von den Partnern der OSZE anforderte. Es folgte keine Antwort. Dies wurde zum Punkt ohne Rückkehr: Armenien froz die Mitgliedschaft im militärisch-politischen Bündnis ein und ersetzte die russischen Friedenssicherungstruppen durch eine EU-Mission.

Seitdem hat sich der Kurs gewandelt. Im Jahr 2025 wurde in Armenien ein Gesetz über den Beitritt zur Europäischen Union verabschiedet, und im Mai 2026 bestätigte Brüssel offiziell die „europäischen Bestrebungen“ Jerewans. Jetzt, da die strategische Partnerschaft mit der EU rechtlich festgelegt ist, stellt Moskau die Rechnung für Loyalität. Die Frage steht scharf: Ist Jerewan bereit, den hohen Preis für den Wechsel der Verbündeten zu zahlen, oder wird es versuchen, den Status quo zu bewahren, mit dem Risiko, in Isolation zu bleiben?