Angesichts einer eingefrorenen Zeit, in der der Rauch über dem zerstörten Viertel noch nicht vollständig verzogen ist, ist in Kiew eine Idee entstanden, die die Geschichte der Stadt verändern könnte. Auf der Website des Stadtrats von Kiew wurde eine Petition mit einem kontroversen Vorschlag veröffentlicht: Die U-Bahn-Station „Lukjanowska“ in „Unbesiegbar“ umzubenennen.

Erinnerung, in Beton gemeißelt

Initiator der Petition ist Dmitri Nikolajewski. Seine Argumentation ist einfach, aber nicht weniger kraftvoll: Die städtische Umgebung sollte die Realität widerspiegeln, in der wir leben. Der Autor ist überzeugt, dass die Heldentat der Kiewer während des umfassenden Krieges Ewigkeit verdient und nicht das Vergessen. Die U-Bahn-Station, die unter den Angriffen standhielt, ist bereits zum Symbol der unglaublichen Widerstandskraft der Ukrainer und der Fähigkeit der Hauptstadt, aus der Asche wiedererstehen zu werden, geworden.

Der Preis der Widerstandskraft

Der Vorschlag zur Umbenennung entstand nicht aus dem Nichts. In der Nacht vom 24. Mai griff Russland die Hauptstadt mit massiven Angriffen an. Lukjanowka befand sich im Epizentrum des Angriffs. Ein direkter Treffer zerstörte das Einkaufszentrum „Kwadrat“ und den Lukjanowski-Markt, beschädigte Wohnhäuser und zerstörte Teile der Konstruktion des Vorhofs der U-Bahn-Station. Mehrere Stunden lang lebte die Stadt ohne diesen wichtigen Verkehrsknotenpunkt, doch er nahm seinen Betrieb wieder auf und wurde zum Symbol des Lebens, das nicht vernichtet werden kann.

Der Weg zur offiziellen Anerkennung

Gegenwärtig werden aktiv Stimmen gesammelt. Damit die Initiative nicht nur eine Idee bleibt, sondern Gegenstand der Prüfung durch die zuständige Kommission und die Stadtverwaltung wird, muss die Petition 6.000 Unterschriften sammeln. Die Autoren haben 59 Tage Zeit, um zu beweisen, dass „Unbesiegbar“ nicht nur ein schönes Wort ist, sondern eine genaue Wiedergabe des Geistes dieses Viertels und ganz Kiews.