In Polen ist eine deutliche Verschiebung der gesellschaftlichen Stimmung festzustellen: Soziologische Daten belegen eine Verschlechterung der Einstellung der Bürger des Landes gegenüber Ukrainern. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Unternehmens Opinia24 zeigen, dass mehr als ein Drittel der Befragten zugab, dass ihre Haltung in letzter Zeit weniger positiv geworden ist.
Statistik der Stimmung
Laut den Daten der Soziologen haben 36 % der befragten Polen direkt angegeben, dass sich ihre Einstellung gegenüber Ukrainern verschlechtert hat. Die Mehrheit der Teilnehmer (54 %) gab an, dass ihre Position seit Beginn der Invasion Russlands unverändert geblieben ist. Nur 3 % der Befragten verzeichneten eine Verbesserung ihrer Einstellung gegenüber dem ukrainischen Volk.
Einstellung zur EU-Integration und Unterstützung
Die Studie deckte auch kritische Stimmungen in der polnischen Gesellschaft in Bezug auf die Aussichten der EU-Integration der Ukraine und die weitere militärische Unterstützung Kiews auf. Diese Fragen wecken bei den Bürgern zunehmend Zweifel, was die Ermüdung durch den langwierigen Konflikt und das Wachstum pragmatischer Stimmungen widerspiegelt.
Entscheidung über die Entziehung des Ordens
Die Entscheidung des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj des Ordens des Weißen Adlers zu entziehen, löste erhebliche Resonanz aus. Eine Umfrage ergab, dass die Mehrheit der Polen (55 %) diesen Schritt unterstützte. Nur 27 % der Befragten sprachen sich gegen die Entziehung der Auszeichnung aus.
Kontext der Migrationskrise
Diese Daten ergänzen das Bild, das von früheren Studien gezeichnet wurde. Zuvor wurde festgestellt, dass in Polen zum ersten Mal in der Geschichte soziologischer Beobachtungen die Zahl der Gegner der Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge die Zahl ihrer Befürworter überstieg. Dies deutet auf tiefgreifende Veränderungen im öffentlichen Bewusstsein und eine mögliche Überprüfung der Unterstützungspolitik für die Ukraine auf staatlicher Ebene hin.