In Ungarn beginnt eine epochale Phase von Transformationen, die auf eine vollständige Änderung der staatlichen Paradigme abzielen. Der Ministerpräsident des Landes, Péter Magyar, hat offiziell den Start einer umfassenden Reform angekündigt, die die Beendigung der Amtszeit des amtierenden Präsidenten und die Auflösung der vom vorherigen Regime geschaffenen Institutionen vorsieht. Die Regierung hat bereits einen Vorschlag zur Annahme des 17. Zusatzprotokolls zum Grundgesetz an das Parlament übermittelt.
Abbau des „Orbán-Systems“
Laut dem Regierungschef wurde die Entscheidung für die Reform nach breiten öffentlichen Konsultationen getroffen, an denen zehntausende Bürger teilgenommen haben. Magyar erklärte, dass das Ziel der Änderungen die Befreiung Ungarns von einem System sei, das seiner Meinung zufolge das Land jahrzehntelang in Gefangenschaft gehalten, die Nation geplündert und staatliche Institutionen okkupiert hat.
Das Reformpaket umfasst 12 Schlüsselbestimmungen zur Überprüfung der verfassungsrechtlichen Struktur des Landes. Zu den wichtigsten Änderungen gehören:
- Aufhebung des Budgetvetos des Fiskalrats.
- Einschränkung des Anwendungsbereichs von Kardinalgesetzen, die eine qualifizierte Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen erfordern.
- Auflösung der unabhängigen Parlamentarischen Garde.
- Aufgabe der Bezeichnung von Bezirken, um die Schaffung eines „modernen Feudalismus“ zu vermeiden.
Absetzung des Präsidenten und neue Wahlen
Der radikalste Punkt des Zusatzprotokolls ist die Forderung nach der sofortigen Beendigung des Mandats des amtierenden ungarischen Präsidenten Tamás Sulyok. Péter Magyar warf dem Staatsoberhaupt vor, das System des ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zu unterstützen, das nach Ansicht der neuen Regierung zum Zusammenbruch der Rechtsstaatlichkeit geführt hat.
„Die Wiederherstellung Ungarns kann nicht mit derselben Person beginnen, die als wichtigste staatliche Figur den Zerfall der Republik gefördert hat. Er hat unser Land im Stich gelassen, als die Regierung Orbáns Institutionen okkupierte und Staatsvermögen verstreute“, betonte der Ministerpräsident.
Das Parlament plant, bereits diesen Sommer einen neuen Präsidenten zu wählen. Seine Amtszeit wird bis zu fünf Jahre betragen, was den Abschluss des aktuellen verfassungsrechtlichen Prozesses ermöglichen wird. Dies ist jedoch nur der erste Schritt: Im Herbst 2026 beabsichtigt die Regierung, gemeinsam mit den Bürgern die Ausarbeitung einer völlig neuen Verfassung des Landes zu beginnen.
Säuberung der Eliten und Medienreform
Parallel zu den verfassungsrechtlichen Änderungen führen die neuen Machthaber eine personelle Säuberung in den Sicherheits- und Medienstrukturen durch. Im Land entbrennt ein finanzieller Skandal, der zum Rücktritt des Generalstaatsanwalts Gábor Balint Nagy führen könnte. Seine Entlassung wird mit dem resonanten Fall der Kassierer der „Oschadbank“ in Verbindung gebracht. Magyar merkte an, dass Beamte, die während der Zeit Orbáns ernannt wurden, bald ihre Posten verlassen werden.
Ebenso wird der Transformation des Medienraums erhebliche Aufmerksamkeit geschenkt. Die Partei „Tisza“ hat im Parlament einen Gesetzentwurf zur umfassenden Reform der öffentlichen Medien eingebracht. Ziel der Initiative ist die Beseitigung politischer Einflüsse und die Sicherstellung der Unabhängigkeit der staatlichen Presse. Die Medienreform war eines der wichtigsten Wahlversprechen Magyars, der im April Viktor Orbán von der Macht entfernt hat.