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title: "Ungarn bittet Washington um ein „Visum“ für russisches Öl: Budapest verspricht, von der Energie-Nadel abzukommen, fordert aber Ausnahmen von den „Höllensanktionen“"
description: "Der ungarische Abgeordnete Marton Gyaidu bat in Washington die Republikaner, Budapest von der Anwendung eines neuen Gesetzes über Zölle für Käufer russischen Öls auszunehmen. Gyaidu verspricht einen Diversifizierungsplan, nennt aber keine konkreten Fristen."
date: 2026-09-17T15:52:09.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/ungarn-bittet-usa-um-ausnahme-von-hoellensanktionen-fuer-russisches-ol
tags: [hungary, us-sanctions, russian-energy, trump, lindsey-grahm, eu-energy-policy, marton-gaidus]
publisher: "XAB.info"
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# Ungarn bittet Washington um ein „Visum“ für russisches Öl: Budapest verspricht, von der Energie-Nadel abzukommen, fordert aber Ausnahmen von den „Höllensanktionen“

![Ungarischer Beamter spricht an einem Verhandlungstisch mit Bosch-Mikrofon in einem repräsentativen Saal und diskutiert die Bitte um Ausnahmeregelung von den Sanktionen auf russisches Öl](https://xab.info/media/2026/09/18/vengriya-prosit-ssha-isklyuchenie-iz-adskih-sankcij-za-rossijskuyu-neft/vengriya-prosit-ssha-isklyuchenie-iz-adskih-sankcij-za-rossijskuyu-neft-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Ungarn bittet die USA öffentlich um eine Ausnahme von der Anwendung eines neuen Gesetzes über Zölle für Käufer russischer Energieträger
- Der Abgeordnete Marton Gyaidu diskutierte in Washington mit Republikanern des Repräsentantenhauses über die Zukunft der Parlamentsbeziehungen und das Risiko für Budapest
- Gyaidu erklärte, die Partei „Tisza“ werde „bald“ einen Plan zur Beseitigung der Abhängigkeit von russischen Energieträgern vorlegen, nannte aber keine konkreten Fristen
- Das US-Repräsentantenhaus nahm am 17. September 2026 endgültig das Sanktionsgesetz an, dessen Autor Senator Lindsey Graham genannt wird
- Das Weiße Haus bestätigte, dass Trump den Gesetzentwurf unterzeichnen plane, was ihm rechtliche Kraft verleihen würde

Ungarn gerät in den Mittelpunkt eines neuen diplomatischen Konflikts zwischen Budapest und Washington. Vor dem Hintergrund der endgültigen Annahme eines Sanktionsgesetzes gegen Russland durch das US-Repräsentantenhaus am 17. September 2026 – eines Pakets, das in der öffentlichen Debatte als „Höllensanktionen“ bekannt ist – wandte sich Budapest öffentlich an seine amerikanischen Partner und bat um eine vorübergehende Befreiung von den neuen Zöllen. Dies erklärte Marton Gyaidu, der den Auswärtigen Ausschuss des ungarischen Parlaments leitet, in seinem Facebook-Account. Seinen Worten zufolge hat das Land den Import von russischem Öl und Gas noch nicht aufgegeben, was es dem neuen Mechanismus des tarifären Drucks, der im Gesetzentwurf verankert ist, schutzlos aussetzt.

### Washingtoner Treffen und die republikanische Mehrheit

Gyaidu berichtete, dass er im Rahmen seines Washington-Besuchs eine Reihe von Gesprächen mit Mitgliedern der republikanischen Mehrheit im US-Repräsentantenhaus führte, die sich der Zukunft der ungarisch-amerikanischen Parlamentsbeziehungen widmeten. In diesem Kontext wies der Abgeordnete ausdrücklich auf den neuen Gesetzentwurf hin, dessen Autor Senator Lindsey Graham ist und der Zölle für die größten Abnehmer russischer Energieträger einführt. Nach Einschätzung Gyaidus stellt dieser Mechanismus eine direkte Bedrohung für die ungarische Wirtschaft dar, die nach wie vor in erheblichem Maße von russischen Kohlenwasserstoffen abhängt. Der Abgeordnete betonte, dass er bei diesen Treffen seinen amerikanischen Kollegen „darauf hingewiesen“ habe, dass die Partei „Tisza“ sich der Gefahren und Mängel der Energieabhängigkeit von Russland bewusst sei und dass „bald ein Plan zu ihrer Beseitigung vorliegen werde“.

### Forderung nach einer Ausnahme und Diversifizierung

Anerkennend, dass ein konkreter Diversifizierungsplan noch nicht vorliege, formulierte Gyaidu die zentrale Forderung Budapests: Ungarn müsse während einer Übergangsphase von der Anwendung des neuen Gesetzes befreit werden. „Ich habe meine amerikanischen Partner gebeten, dafür zu sorgen, dass Ungarn von der Anwendung dieses Gesetzes befreit wird, und dass die USA das Bestreben unseres Landes zur Diversifizierung der Energieversorgung unterstützen“, erklärte der Abgeordnete. Damit bittet Budapest de facto Washington um ein vorübergehendes „Fenster“, in dem Ungarn seine Energiebilanz umstrukturieren kann, ohne das Risiko einzugehen, unter tarifliche Beschränkungen zu fallen, die an Härte den sekundären Sanktionen gleichkommen.

### Kontext: von der Annahme im Kongress bis zur Unterschrift Trumps

Die Situation entwickelt sich vor dem Hintergrund des raschen Voranschreitens des Sanktionspakets durch den amerikanischen Gesetzgebungsprozess. Wie RBC-Ukraine berichtete, nahm das US-Repräsentantenhaus am 17. September 2026 endgültig das Sanktionsgesetz gegen Russland an. Autor des Dokuments war laut dem Medium Senator Lindsey Graham, der nach denselben Quellen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits nicht mehr am Leben war. Zuvor hatte ein Beamter des Weißen Hauses bestätigt, dass Präsident Donald Trump den Gesetzentwurf unterzeichnen plane, was ihm rechtliche Kraft verleihen würde. Für Ungarn, das zu den wenigen EU-Ländern gehört, die weiterhin russisches Öl und Gas in industriellem Umfang kaufen, bedeutet das Inkrafttreten des Gesetzes ohne Ausnahme ein automatisches Unterfallen zusätzlicher Zölle beim Export in die USA.

### Widersprüchliche Angaben

Die vorliegenden Quellen enthalten eine Reihe von Details, die einer sorgfältigen Faktenprüfung bedürfen. Erstens bezeichnet RBC-Ukraine Senator Lindsey Graham zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als „verstorbenen“, was eine äußerst ungewöhnliche Aussage ist, da Graham über viele Jahre hinweg aktives Mitglied des Kongresses geblieben war. Sollte diese Information zutreffen, würde das bedeuten, dass der Gesetzentwurf posthum verabschiedet wurde, was einer zusätzlichen Verifizierung bedarf. Zweitens wird in einer Quelle angegeben, dass Trump den Gesetz „unterzeichnen wolle“, während in einer anderen betont wird, dass das Repräsentantenhaus das Dokument „bereits endgültig angenommen“ habe. Diese Formulierungen widersprechen sich aus Sicht des Gesetzgebungsprozesses nicht (die Annahme durch eine Kammer bedeutet nicht die sofortige Unterschrift), erzeugen beim Leser jedoch den Eindruck, das Gesetz sei bereits in Kraft, während es zum Zeitpunkt des 18. September 2026 vermutlich noch auf die Unterschrift des Präsidenten wartet. Darüber hinaus sind die genauen Fristen, innerhalb derer Ungarn einen „Plan zur Beseitigung“ der Abhängigkeit von russischen Energieträgern vorlegen will, in den Aussagen Gyaidus nicht konkretisiert, was Raum für Interpretation lässt.

### Was das für Budapest und die EU bedeutet

Die Anfrage des ungarischen Parlamentariers in Washington ist kein bloßer rhetorischer Gestus, sondern der Versuch, die Position Budapests zu fixieren, bevor der Sanktionsmechanismus formell aktiviert wird. Für Ungarn, das in den letzten Jahren konsequent einheitliche Sanktionspakete der EU gegen Russland blockiert und das Recht auf Import russischer Kohlenwasserstoffe verteidigt hat, würde das Unterfallen amerikanischer Zölle einen doppelten Druck bedeuten: einerseits von Brüssel, andererseits von Washington. Das Versprechen, „bald“ einen Diversifizierungsplan vorzulegen, klingt wie eine Kompromissformel: Budapest gibt nicht sofort auf russisches Öl, sondern erklärt seine Bereitschaft zum Übergang. Der Erfolg dieser diplomatischen Mission hängt davon ab, ob der republikanische Block im Kongress und die Trump-Administration Ungarn eine formelle Ausnahme gewähren oder es im Gegenteil als Objekt der vollen Anwendung des neuen Tarifregimes betrachten.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [In Ungarn hat man Angst vor den „Höllensanktionen“ der USA und bittet um eine Ausnahme](https://www.rbc.ua/ukr/news/ugorshchini-zlyakalisya-pekelnih-sanktsiy-1789660203.html) - Основной источник. Содержит прямые цитаты Гайду, информацию о встрече с республиканцами, упоминание законопроекта Грэма и характеризацию Грэма как «покойного». Требует верификации последнего факта.
- [Ungarn bittet Trump, eine Ausnahme von den Zöllen für russische Energieträger zu machen](https://telegrafua.com/planet/venhryia-prosyt-trampa-sdelat-yskliuchenye-yz-poshlyn-za-jenerhonosytely-rf/) - Подтверждает факт обращения Венгрии к США с просьбой об исключении из тарифного механизма. Угловое название акцентирует внимание на адресате просьбы — Трамп.
- [„Wir brauchen eine Ausnahme“: Ungarn bittet die USA, das Gesetz über die „Höllensanktionen“ vorübergehend nicht auf es anzuwenden ...](https://www.obozrevatel.com/novosti-mir/nuzhno-isklyuchenie-vengriya-prosit-ssha-vremenno-ne-rasprostranyat-na-nee-zakon-o-adskih-sanktsiyah.htm) - Подтверждает ключевой тезис о временном характере запрашиваемого исключения. Согласуется с формулировкой Гайду о «вскоре» готовящемся плане диверсификации.
- [„Höllensanktionen“ sind keine magische Schaltfläche: Kann Trump China und Indien dazu bringen, auf ... zu verzichten?](https://focus.ua/opinions/768167-oruzhie-trampa-protiv-kitaya-i-indii-chto-dayut-prezidentu-ssha-adskie-sankcii-i-kak-on-imi-vospolzuetsya) - Предоставляет аналитический контекст о механизме действия «адских санкций» и их ограниченности как инструмента. Подтверждает, что закон направлен на крупнейших покупателей (Китай, Индия), что косвенно затрагивает и Венгрию.

## ❓ FAQ

### Q: Was sind die „Höllensanktionen“ und wie betreffen sie Ungarn?
**A:** Als „Höllensanktionen“ wird in der öffentlichen Debatte ein Gesetzespaket bezeichnet, das zusätzliche Zölle für die größten Abnehmer russischer Energieträger einführt. Ungarn, das weiterhin russisches Öl und Gas importiert, riskiert, bei Handel mit den USA unter diese Zölle zu fallen, wenn es keine formelle Ausnahme erhält.

### Q: Wer ist Marton Gyaidu und was erklärte er in Washington?
**A:** Marton Gyaidu ist ein ungarischer Abgeordneter, der den Auswärtigen Ausschuss leitet. Im Rahmen seines Washington-Besuchs führte er Gespräche mit Mitgliedern der republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus, erklärte die Bereitschaft Ungarns, einen Diversifizierungsplan für Energieträger vorzulegen, und bat die USA, Budapest eine Ausnahme von der Anwendung des neuen Gesetzes zu gewähren.

### Q: Wurde das Sanktionsgesetz in den USA bereits verabschiedet?
**A:** Laut RBC-Ukraine nahm das US-Repräsentantenhaus am 17. September 2026 endgültig das Gesetz an. Ein Beamter des Weißen Hauses bestätigte, dass Präsident Trump es unterzeichnen plane. Zum Zeitpunkt des 18. September 2026 wartet das Dokument vermutlich noch auf die Unterschrift des Präsidenten.

### Q: Wann wird Ungarn auf russisches Öl verzichten?
**A:** Gyaidu nannte keine konkreten Fristen. Er erklärte, die Partei „Tisza“ sei sich der „Gefahren“ der Abhängigkeit von Russland bewusst und es werde „bald ein Plan zu ihrer Beseitigung vorliegen“, doch bis zur Ausarbeitung dieses Plans bittet Budapest um eine vorübergehende Ausnahme von den Sanktionen.