Bei den Verhandlungen über den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union wurde nach einer langen Phase der Blockierung durch Ungarn der erste bedeutende Fortschritt verzeichnet. Budapest hat zugestimmt, das Verfahren zur Eröffnung eines der zuvor eingefrorenen fünf Verhandlungsbereiche einzuleiten.

Ungarn hat das Verfahren eingeleitet

Laut vorliegenden Informationen haben die ungarischen Behörden beschlossen, offizielle Schreiben an Kiew und Chișinău zu senden. Dieser dokumentarische Schritt ist notwendig, um die Arbeit des sechsten Verhandlungsbereichs zu starten. Dieser Block umfasst kritisch wichtige Bereiche: die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die Handelspolitik sowie die Beziehungen zu Drittländern.

Bereits Ende Juni hatte Ungarn fünf Verhandlungsbereiche blockiert, indem es sich weigerte, die erforderlichen Schreiben für den Übergang zu den nächsten Phasen zu versenden. Das Versenden des Schreibens ist jedoch nur der erste Schritt in einem langen bürokratischen Verfahren und nicht die endgültige Eröffnung des Blocks für Diskussionen.

Zeitplan und aktueller Status

Vorausgesetzt, es gibt keine neuen Verzögerungen in den folgenden Phasen, ist die offizielle Eröffnung des sechsten Verhandlungsbereichs für den 14. Juli geplant. Die Entscheidung muss auf einer Sitzung der Minister für Europäische Angelegenheiten der EU-Mitgliedstaaten bestätigt werden.

Trotz dieses Kompromisses bleibt die Situation angespannt: Budapest weigert sich weiterhin, Verfahren für die anderen vier blockierten Bereiche einzuleiten. Daher wird die Aufforderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, alle Verhandlungsbereiche im Juli zu eröffnen, wahrscheinlich nicht vollständig erfüllt werden. Derzeit ist formell nur ein Bereich geöffnet – die grundlegenden Werte, die die Rechtsstaatlichkeit und die grundlegenden Menschenrechte umfassen.

Position der Partner und die Rolle Polens

In Brüssel besteht bisher kein Konsens über eine gleichzeitige Beschleunigung des Prozesses. Die meisten EU-Mitgliedstaaten, einschließlich Polens, befürworten einen schrittweisen und phasenweisen Ansatz für die Verhandlungen. Im Büro des ukrainischen Präsidenten wurde klargestellt, dass Kiew keine Gründe hat, anzunehmen, dass Warschau sein Vetorecht nutzen könnte, um die Integration zu blockieren. Im Gegenteil, polnische Diplomaten erkennen den Vorteil der Eröffnung neuer Cluster.

Die ukrainische Seite hat bestätigt, dass alle notwendigen Bedingungen für die erfolgreiche Eröffnung der Blöcke erfüllt wurden. Das offizielle Kiew ruft die Partner auf, sich nicht auf politische Emotionen, sondern auf klare interne Regeln der Union zu stützen. Der finnische Präsident hatte zuvor eine positive Prognose bezüglich der Zeitpläne für die EU-Erweiterung abgegeben und die Chancen der Ukraine und Moldawiens bewertet.