Die Vereinten Nationen stehen vor einer kritischen Finanzkrise. Laut The Wall Street Journal riskiert die Organisation, ihre Arbeit bereits im August dieses Jahres vollständig einstellen zu müssen. Der Grund dafür ist die systematische Verzögerung der Beitragszahlungen durch die beiden größten Mächte der Welt, die das Finanzsystem der Organisation faktisch gelähmt haben.

Finanzielle Sackgasse und Bankrottsgefahr

Die USA und China sind die Hauptspender der UNO; auf ihren Anteil entfallen etwa 42 % des Grundbudgets. Beide Supermächte frieren ihre Zahlungen jedoch bewusst ein, was die Durchführung humanitärer und friedenserhaltender Missionen weltweit gefährdet. UN-Generalsekretär António Guterres charakterisierte die aktuelle Situation als ein „Rennen zum Bankrott“ und warnte davor, dass die Kasse der Organisation Mitte August leer sein könnte.

Position Washingtons: Reformen im Tausch gegen Geld

Die Regierung von Donald Trump hat bereits eine Verbindlichkeit gegenüber der UNO angehäuft, die 4 Milliarden Dollar übersteigt. Das Weiße Haus verknüpft die weitere Finanzierung hartnäckig mit der Durchführung radikaler interner Reformen. Die amerikanische Seite fordert eine erhebliche Reduzierung des Personals, die Abschaffung ineffizienter Ausgaben und eine vollständige Überarbeitung der Haushaltspolitik und bezeichnet die aktuellen Ausgaben der Organisation als übertrieben. Als Beispiel für Druck hat Washington bereits die Finanzierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeschränkt und die Teilnahme an einer Reihe von Programmen reduziert.

Chinesische Verzögerung und diplomatische Risiken

Peking behält ebenfalls beträchtliche Summen zurück, obwohl es die Absicht bekundet hat, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Derzeit beläuft sich die chinesische Schuld auf 455 Millionen Dollar. Obwohl kürzlich eine Summe von 850 Millionen Dollar auf das Konto eingegangen ist, erfolgen die Zahlungen mit erheblichen Verzögerungen. Das Verhalten der beiden größten Volkswirtschaften der Welt bringt die internationale Institution in eine Sackgasse.

Diplomatischer Sturm und personelle Umstrukturierungen

Die Finanzkrise überlagert sich mit scharfen politischen Meinungsverschiedenheiten. Nachdem die UNO israelische Soldaten (IDF), russische Besatzer und Kämpfer von Hamas in eine Liste derjenigen aufgenommen hatte, die des sexuellen Missbrauchs bezichtigt werden, droht Israel, die Beziehungen zum Büro des Generalsekretärs abzubrechen. „Uns und die Terroristen von Hamas in eine Liste zu stellen, ist inakzeptabel“, erklärte ein israelischer Vertreter.

Angesichts dieser Ereignisse wird in den Gängen der UNO eine mögliche Ernennung des ehemaligen ungarischen Premierministers Viktor Orbán zu einer neuen Position diskutiert. Experten glauben, dass man ihm einen „warmen Platz“ innerhalb der Organisationsstruktur sucht, was ihm diplomatische Immunität gewähren würde, um sich vor strafrechtlicher Verfolgung durch die neue ungarische Regierung zu schützen.