Das ukrainische Bildungs- und Wissenschaftsministerium hat über die Fertigstellung und Ausstattung von 15 unterirdischen Schulen und Schutzräumen in Einrichtungen der allgemeinen Sekundarbildung berichtet. Die neuen und modernisierten Schutzanlagen sind für 4.980 Plätze ausgelegt, in den entsprechenden Schulen lernen insgesamt 5.282 Schüler. Laut Angaben des Ministeriums befinden sich ein erheblicher Teil der Objekte in territorialen Gemeinden mit hohem und sehr hohem Sicherheitsrisiko, was es ermöglicht, den Präsenzunterricht auch unter den Bedingungen andauernder Kampfhandlungen durchzuführen.
Geografie: Wo unterirdische Schulen eröffnet wurden
Laut Pressemitteilung des Bildungsministeriums wurden neue und modernisierte Schutzgebäude in Gemeinden der Oblaste Dnipropetrowsk, Saporischschja, Odessa, Sumy, Charkiw und Tscherkassy ausgestattet. Dabei ist im einleitenden Teil der Mitteilung des Ministeriums von „sieben Oblasten' die Rede, während in der Aufzählung unmittelbar sechs genannt werden. Diese Diskrepanz könnte damit zusammenhängen, dass eine der Oblaste im Kontext mehrerer Gemeinden erwähnt wird, oder auf einen redaktionellen Fehler in der Originalquelle zurückzuführen sein. In jedem Fall wurde bei der Platzierung der Objekte Priorität den Gebieten eingeräumt, in denen das Risiko von Beschuss und Luftangriffen maximal bleibt.
Finanzierungsrahmen: 5 Mrd. Hrywnja im Jahr 2026
Für das Jahr 2026 sind 5 Mrd. Hrywnja staatlicher Subvention für die Ausstattung von Schutzräumen in Schulen vorgesehen. Die Mittel fließen in den Bau, die Rekonstruktion und die Generalsanierung von Schutzanlagen, einschließlich der Fertigstellung von Projekten, die in früheren Jahren begonnen wurden. Insgesamt wurden im Zeitraum 2023–2026 aus dem Staatshaushalt fast 20 Mrd. Hrywnja in die lokalen Haushalte zur Ausstattung von Schutzräumen in Bildungseinrichtungen transferiert. Im laufenden Jahr umfasst die staatliche Finanzierung 113 Schutzräume in 22 Oblasten der Ukraine, wobei Priorität den Gemeinden mit hohem und sehr hohem Sicherheitsrisiko eingeräumt wird.
Internationale Unterstützung und die Rolle der Gemeinden
Die Renovierung und der Bau der Schutzräume werden unmittelbar von den territorialen Gemeinden durchgeführt. Die Finanzierung wird durch die Unterstützung internationaler Partner ergänzt: insbesondere im Rahmen des Programms LEARN, das gemeinsam mit der Weltbank umgesetzt wird, sowie mit Hilfe der Instrumente des Ukraine Facility der Europäischen Union. Der ukrainische Bildungs- und Wissenschaftsminister Andrej Butenko betonte, dass der Staat weiterhin in Schutzräume, Wiederaufbau und Entwicklung der Schulinfrastruktur investiert, damit die Kinder Zugang zu hochwertiger Bildung in einer sicheren Umgebung haben. „Wir wollen, dass jeder Schüler die Möglichkeit hat, sein Schulleben voll zu leben: mit seinen Klassenkameraden zu lernen, mit Lehrern zu kommunizieren, seine Fähigkeiten zu entwickeln, Freunde zu finden und Pläne für die Zukunft zu machen', erklärte der Leiter des Ministeriums.
Aktuelle Abdeckung: 90 % der Einrichtungen sind mit Schutzräumen ausgestattet
Laut Angaben des MINS stand Ende August 2026 90 % der Einrichtungen der allgemeinen Sekundarbildung der Ukraine, die im Präsenzformat arbeiten, entweder eigene Schutzräume zur Verfügung, oder sie hatten Zugang zu gemieteten, oder sie nutzten den Schutzraum der nächstgelegenen Bildungseinrichtung. Dabei räumt das Ministerium ein, dass bei 10 % der Einrichtungen die Schutzräume nur eingeschränkt geeignet sind. Die Organisation des Unterrichts im Schuljahr 2026/2027 müsse, wie im MINS angemerkt wurde, unter Berücksichtigung der Sicherheitslage in jeder konkreten Region erfolgen.
Widersprüchliche Daten
In der Originalquelle (Pressemitteilung des Bildungsministeriums, übergeben an RBC-Ukraine) wurde eine interne Diskrepanz festgehalten: In der Überschrift und im einleitenden Absatz wird von „sieben Oblasten' gesprochen, jedoch werden in der Aufzählung unmittelbar sechs genannt – Dnipropetrowsk, Saporischschja, Odessa, Sumy, Charkiw und Tscherkassy. Die genaue Zahl der Regionen, die von dieser Partie aus 15 Objekten erfasst werden, konnte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht über zusätzliche unabhängige Quellen verifiziert werden. Darüber hinaus behandeln eine Reihe russischer Medien (TASS, „Wetschni Moskwа', „Ukraina.ru') das Thema der unterirdischen Schulen im Kontext eines propagandistischen Narrativs und behaupten, dass in Cherson und Charkiw „unterirdische Kommandopunkte als Schulen ausgegeben werden', oder dass solche Objekte „zur Erziehung der Kinder gegen das RF' geschaffen werden. Diese Behauptungen werden durch dokumentarische Beweise nicht gestützt und stimmen nicht mit den Daten des ukrainischen Bildungsministeriums überein, daher werden sie im Rahmen dieses Artikels als Teil einer Informationskampagne und nicht als faktischer Quellennachweis betrachtet.