In der ukrainischen Militärgemeinde entbrennt ein neuer Skandal, der das 425. Separate Sturmregiment „Skeli“ betrifft. Diesmal ist nicht nur der Ruf der Einheit gefährdet, sondern auch ein konkreter Soldat – ein Unteroffizier, der des brutalen Schlages zweier Offiziere höherer Dienstgrade verdächtigt wird. Das Staatliche Untersuchungsbüro (DBR) hat bereits ein Strafverfahren eingeleitet.

Zwei Gewaltvorfälle: von Gehirnerschütterung bis Rippenbruch

Den Ermittlungen zufolge ereignete sich der erste Vorfall bereits im Mai 2025. Schauplatz war die Umgebung eines Dorfes im Rajon Isjum. Zu diesem Zeitpunkt waren die Soldaten des Regiments „Skeli“ vorübergehend in diesem Gebiet stationiert, als Soldaten einer anderen Einheit zurückkehrten, die von Kampfeinsätzen kamen. Die Situation eskalierte schnell aufgrund eines Streits darüber, wo genau das Personal und die Technik untergebracht werden sollten.

Der Militärseelsorger versuchte, den Konflikt friedlich zu regeln. Er schlug den Parteien vor, die Auseinandersetzung nicht vor Ort auszutragen, sondern die Diskussion auf die Ebene der Führung zu verlagern. Sein Eingriff hatte jedoch tragische Folgen. Der Unteroffizier versetzte dem Seelsorger mehrere Faustschläge ins Gesicht. Infolgedessen erlitt der Geistliche eine Gehirnerschütterung, einen Kieferbruch und musste dringend ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Der zweite Fall ereignete sich einen Monat später, im Juni 2025, in der Stadt Barwenkowe. Diesmal wurde ein Oberstleutnant Opfer der Aggression. Laut dem DBR stieß der Unteroffizier den Offizier zunächst zu Boden und schlug ihn dann weiter, indem er mit Händen und Füßen auf Kopf und Rumpf einschlug. Der Oberstleutnanterlitt einen Rippenbruch.

Strafverfahren und Reaktion der DBR-Führung

Dem Soldaten wurde offiziell der Verdacht nach zwei Artikeln des ukrainischen Strafgesetzbuches vorgeworfen. Der Direktor des DBR, Alexei Suchatschew, betonte in einem Interview mit „Interfax-Ukraine“, dass Fälle, die das Regiment „Skeli“ betreffen, Priorität im Büro haben.

„Die Ermittler überprüfen alle in den Medien veröffentlichten Fakten und werden den Handlungen jedes Kommandanten eine rechtliche Bewertung geben“, erklärte Suchatschew. Er merkte auch an, dass einzelne Strafverfahren wegen Übergriffe auf Soldaten in diesem Regiment bereits vor den sensationellen Veröffentlichungen in der Presse eingeleitet wurden. Jetzt fassen die Ermittler neue Daten mit bereits vorhandenen zusammen, um eine umfassende Überprüfung aller möglichen Gewaltfälle in der Einheit durchzuführen.

Kontext: Skandal um „Skeli“ und Absetzung des Kommandanten

Die neuen Anschuldigungen kommen vor dem Hintergrund eines bereits entbrannten Skandals um das 425. Regiment. Am 23. Juni veröffentlichte das Online-Medium „Babel“ eine Untersuchung, in der von 25 Todesfällen in den Ausbildungszentren der Einheit innerhalb von sechs Monaten und möglichen Folterungen von Mobilisierten die Rede war.

Die Reaktion der Behörden folgte sofort. Das DBR leitete ein Strafverfahren wegen Machtmissbrauchs durch ein militärisches Amtsträger unter Kriegsbedingungen ein, der schwerwiegende Folgen hatte (Abs. 5 Art. 426-1 StGB). Bereits am nächsten Tag, am 24. Juni, wurde der Regimentskommandeur Jurij Garkaw von seinen Aufgaben suspendiert. Eine ressortübergreifende Kommission unter der Leitung des stellvertretenden Chefs des Generalstabs wurde in die Einheit entsandt, um eine sorgfältige Überprüfung durchzuführen.