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title: "UPA-Skandal: Warum Warschau wütend ist und Kiew auf Einheit gegen Moskau besteht"
description: "🇺🇦🇵🇱 Diplomatischer Skandal: Warschau fordert Ehrenzeichen von Selenskyj zurück wegen der Umbenennung eines SSO-Bataillons zu Ehren der UPA. Kiew besteht darauf: Streitigkeiten über die Vergangenheit kommen nur Moskau zugute; jetzt zählt die Einheit gegen den gemeinsamen Feind. 🛑🤝"
date: 2026-05-30T10:58:40.000Z
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publisher: "XAB.info"
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# UPA-Skandal: Warum Warschau wütend ist und Kiew auf Einheit gegen Moskau besteht

![Sprecher des ukrainischen Außenministeriums kommentiert den diplomatischen Skandal mit Polen wegen der Umbenennung einer SSO-Einheit](https://xab.info/media/2026/05/30/skandal-s-upa-reakciya-polshi-i-kommentarij-mid-ukrainy/diplomat-ukrainy-komentiruet-skandal-s-polshchej.webp)

Ein diplomatischer Sturm, der zwischen Kiew und Warschau ausgebrochen ist, hat erneut daran erinnert, wie zerbrechlich eine Allianz selbst engster Partner sein kann, wenn es um schmerzhafte Seiten der Geschichte geht. Auslöser für die neue Eskalation war die Entscheidung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, einer Eliteeinheit der Spezialkräfte (SSO) die Ehrenbezeichnung „Im Namen der Helden der UPA“ zu verleihen.

### Ein Gespräch über die Vergangenheit, das Moskau gewinnt

Das Außenministerium der Ukraine reagierte auf den scharfen Protest der polnischen Seite mit tiefer Bedauern. Georgij Tychyj, offizieller Sprecher des Außenministeriums, betonte, dass dieser Vorfall entgegen der insgesamt positiven Dynamik geschieht, die die Beziehungen der beiden Länder in den letzten anderthalb Jahren geprägt hat. Genau in diesem Zeitraum konnten die Seiten einen konstruktiven Dialog aufbauen, die Arbeit des Historikerkongresses wieder aufnehmen und den Prozess der Exhumierung der Opfer der Wolhynien-Tragödie einleiten.

Die Kernaussage der ukrainischen Diplomatie ist äußerst klar formuliert: Alle über die Vergangenheit geführten Streitigkeiten, die von der Politik angeheizt werden, bringen nur einem einzigen Akteur Vorteile – Moskau. Tychyj erinnerte daran, dass für ukrainische Kämpfer der UPA dies ein Symbol des Widerstands gegen die imperialistische Politik ist und kein Instrument der Aggression gegen Polen. Die Initiative zur Umbenennung der Einheit ging von den Soldaten selbst aus, für die dies eine Frage der Ehre und des historischen Gedächtnisses ist, nicht jedoch der Wunsch, ein befreundetes Volk zu beleidigen.

### Eine komplexe Geschichte: von Orscha bis Wolhynien

Die ukrainische Seite versucht nicht, die tragischen Kapitel der gemeinsamen Geschichte zu verschweigen. In einer Stellungnahme des Außenministeriums wird anerkannt, dass Ukrainer und Polen in der Vergangenheit Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung begangen haben, wobei jedoch auch auf die glorreichen gemeinsamen Siege über den gemeinsamen Feind hingewiesen wird – von der Schlacht bei Orscha bis zum „Wunder an der Weichsel“.

Kiew betont seine Bereitschaft zu einem professionellen Dialog ohne Politisierung. Die Ukraine weicht nicht vor der Diskussion über Verbrechen aus, besteht jedoch darauf, dass der aktuelle Krieg mit Russland nicht durch historische Gräuel untergraben wird. Warschau hat seinerseits dem ukrainischen Botschafter Wasyli Bodnar Protest gegen die Entscheidung als schmerzhaft geäußert. Die Situation hat sich so verschärft, dass der polnische Präsident Karol Nawrocki ankündigte, die Entziehung der höchsten polnischen Auszeichnung von Selenskyj zu initiieren.

### Ein Belastungstest für das strategische Partnerschaft

Gegenwärtig befindet sich die Ukraine in einer kritischen Phase des Widerstands gegen die russische Aggression, und die Unterstützung Polens bleibt ein Überlebensfaktor. Kiew ist dankbar für die Hilfe, die von den ersten Minuten des Krieges an geleistet wurde, und bereit, Erfahrungen aus dem Kampf zu teilen. Dieser diplomatische Krisenfall stellt jedoch beide Seiten vor eine schwierige Frage: Wie kann das strategische Einheitsgefühl angesichts einer externen Bedrohung bewahrt werden, ohne dabei empfindliche historische Traumata zu ignorieren, die bis heute nicht verheilt sind.