Der Fernsehsender UPL TV, der offizielle Ausstrahler der ukrainischen Premier-Liga, befindet sich in einer tiefen finanziellen Krise. Am Ende der vergangenen Saison verzeichnete das Unternehmen Verluste, was das Management zwang, die Ausstrategie für die Saison 2026/27 radikal zu überdenken. Angesichts des Verlusts großer Sponsoren beschloss der Sender, die Produktion von Fernsehinhalt drastisch zu reduzieren.

Wirtschaft „auf Null“ und versteckte Reserven

Analytische Daten, die den Fußballclubs Ende Juni übermittelt wurden, enthüllen die tatsächliche Lage. Der gemeinsame TV-Pool arbeitet mit Verlust. In der vergangenen Saison beliefen sich die Einnahmen von UPL TV auf 210 Millionen Hrywnja, während die Ausgaben diese Summe überstiegen und 211 Millionen Hrywnja erreichten.

Um in den Berichten einen formellen „Plus-Wert“ von 1,5 Millionen Hrywnja zu demonstrieren, wurden Restbeträge von 2,5 Millionen Hrywnja einbezogen, die noch aus der Saison 2024/25 stammten. Ohne Berücksichtigung dieser Reserven wäre das Haushaltsdefizit offensichtlich gewesen.

Fiasko der internationalen Expansion

Einen besonderen Schlag für den Ruf und das Budget stellte das Scheitern im Bereich der internationalen Vertriebsrechte dar. Die Versuche, die Rechte an der Ausstrahlung ukrainischen Fußballs im Ausland zu verkaufen, endeten mit einem kompletten Fehlschlag. Alle Clubs erhielten von ausländischen Partnern insgesamt nur 1 Million 321 Tausend Hrywnja. Infolgedessen belief sich die Nettoauszahlung an jeden UPL-Teilnehmer am Jahresende auf symbolische 82 Tausend Hrywnja.

Strenge Sparmaßnahmen und das Paradoxon der Verwaltungskosten

In der neuen Saison wird das Budget für die Produktion eigener Projekte um mehr als das Dreifache gekürzt – von 42,5 Millionen auf 13,5 Millionen Hrywnja. Diese Entscheidung war die Folge des Rücktritts eines der wichtigsten Wettsponsoren.

Trotz strenger Sparmaßnahmen beim Inhalt und winziger Zahlungen an die Clubs steigen die Kosten für den Unterhalt der Verwaltungsapparate hingegen. Der Lohnfonds von UPL TV (ohne Kommentatoren und technisches Personal) belief sich in der vergangenen Saison auf fast 22 Millionen Hrywnja. Im neuen Budget soll dieser noch um 4 Millionen Hrywnja erhöht werden.

Zudem wird der Motivationsfonds für Top-Manager verdoppelt – von 1 Million auf 2 Millionen Hrywnja. Diese Änderungen finden vor dem Hintergrund einer Reduzierung des tatsächlichen Produkts statt, das die Zuschauer auf ihren Bildschirmen sehen werden.