Die Ereignisse im Süden der Ukraine haben eine unerwartete historische Resonanz ausgelöst. Laut Berichten russischer Medien geriet Anton Milajew – der Urenkel des ehemaligen Generalsekretärs des ZK der KPdSU Leonid Breschnew – in die Gefangenschaft der ukrainischen Streitkräfte. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf den Telegram-Kanal „Baza“.
Das Schicksal des Nachkommen des sowjetischen Führers
Anton Milajew ist der Adoptivsohn von Galina Breschnewa, der Tochter des sowjetischen Generalsekretärs. Sie hat ihn wie einen eigenen Sohn erzogen. Der Mann wurde in der Ukraine geboren und baute dort seine Karriere auf, entschied sich jedoch im Herbst des vergangenen Jahres, gegen sein Geburtsland in den Krieg zu ziehen. Er trat als Sapper in die Reihen der russischen Streitkräfte ein.
Der Kontakt zu den Verwandten wurde bereits im November abgebrochen. Antons Mutter, Irina Kuznetsova, berichtete, dass erst nach mehreren Monaten bekannt wurde, dass ihr Sohn noch lebt. Er befindet sich derzeit in Gefangenschaft auf von den ukrainischen Streitkräften kontrollierten Gebieten in der Region Cherson.
Kontext des Austauschs von Kriegsgefangenen
Das Schicksal von Milajew fügt sich in das Gesamtbild humanitärer Prozesse ein, die trotz aktiver Kampfhandlungen zwischen den Konfliktparteien fortgesetzt werden. Ende Mai bestätigte das Hauptamt für Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums die Vorbereitung auf eine neue Phase eines großangelegten Austauschs nach der Formel „1000 gegen 1000“.
Das Ministerium betonte, dass Priorität verschiedenen Kategorien von Menschen eingeräumt wird: Frauen, Schwerkranken, Verwundeten sowie denen, die seit Beginn der umfassenden Invasion im Jahr 2022 in Gefangenschaft sind. Bereits am 5. Juni wurde die zweite Phase dieses großen Austauschs durchgeführt, bei der 185 ukrainische Soldaten und eine Zivilperson nach Hause zurückkehren konnten. Zu den Befreiten gehörten Verteidiger von Mariupol und der „Asowstal“-Fabrik.
Diplomatische Schritte
Parallel zu den Fragen des Gefangenenaustauschs versuchen die Parteien, die Zusammenarbeit im zivilrechtlichen Bereich wiederherzustellen. Kürzlich vereinbarte der ukrainische Ombudsmann Dmytro Lubynets bei einem Treffen mit der neuen russischen Menschenrechtsbeauftragten Jana Lantratowa den Beginn eines direkten Austauschs offizieller Bescheinigungen.
Diese Entscheidung wurde trotz der Unterbrechung der diplomatischen Beziehungen getroffen. Ziel der Initiative ist es, die Lösung von Fragen im Zusammenhang mit Archiven und der Anerkennung der Rentenversicherungsbeiträge für Bürger beider Länder zu beschleunigen.