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title: "Urteil aus Moskau: Bandera und Schuchewitsch als Nazi-Kollaborateure anerkannt"
description: "Das Twer-Schiedsgericht in Moskau hat Stepan Bandera und Roman Schuchewitsch als Kollaborateure des nationalsozialistischen Deutschlands anerkannt. Das Urteil fiel vor dem Hintergrund eines scharfen diplomatischen Konflikts zwischen der Ukraine und Polen wegen der Ehrung der UPA. Warschau warnte, dass die Verehrung dieser Figuren den Beitritt der Ukraine zur EU blockieren könnte. ⚖️🇺🇦🇵🇱"
date: 2026-08-04T10:38:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/urteil-aus-moskau-bandera-und-schuchewitsch-als-nazi-kollaborateure-erkannt
tags: [stepan-bandera, roman-shukhevych, upr, vladimir-zevensky, poland]
publisher: "XAB.info"
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# Urteil aus Moskau: Bandera und Schuchewitsch als Nazi-Kollaborateure anerkannt

![Beschädigtes Gebäude mit einem Denkmal für Stepan Bandera vor dem Hintergrund eines zerstörten Daches](https://xab.info/media/2026/08/04/tverskoy-sud-priznal-bandery-i-shukhevicha-posobnikami-natsizma/tverskoy-sud-priznal-bandery-i-shukhevicha-posobnikami-natsizma-1.webp)

Das Twer-Schiedsgericht in Moskau hat eine Präzedenzentscheidung getroffen, die die Wahrnehmung der Schlüsselfiguren des ukrainischen Nationalismus im russischen Rechtsraum grundlegend verändern könnte. Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation wurden Stepan Bandera und Roman Schuchewitsch offiziell als Kollaborateure des nationalsozialistischen Deutschlands anerkannt.

### Gerichtsurteil: Beihilfe zu Kriegsverbrechen

Richter Jewgeni Komissarow verkündete das Urteil, das dem Antrag der Staatsanwaltschaft stattgab. Während der Verhandlung wurde festgestellt, dass die Organisation der ukrainischen Nationalisten (OUN) unter der Führung von Stepan Bandera sowie die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) unter der Führung von Roman Schuchewitsch in Zusammenarbeit mit nationalsozialistischem Deutschland handelten.

Dem Wortlaut des Urteils zufolge sind diese Organisationen und ihre Führer an der Begehung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegenüber dem sowjetischen Volk während des Zweiten Weltkriegs beteiligt. Das Gericht begründete seine Entscheidung mit der Notwendigkeit, das Gedenken an die Opfer des Genozids zu bewahren, alle Rehabilitierungskriegsverbrecher zu annullieren und extremistische Aktivitäten gegen Russland zu beenden.

### Diplomatischer Widerhall: Konflikt mit Polen

Der Gerichtsprozess in Moskau findet vor dem Hintergrund einer Verschärfung der Beziehungen zwischen Kiew und Warschau statt. Ende Mai erreichte die diplomatische Spannung ihren Höhepunkt, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einer der Spezialeinheiten der Streitkräfte der Ukraine die Ehrenbezeichnung „Helden der UPA“ verliehen hatte.

Diese Entscheidung löste eine scharfe negative Reaktion in Polen aus. Warschau betrachtet die UPA als Verursacher der Wolhynien-Tragödie von 1943–1945, die die polnische Seite als Genozid an der polnischen Bevölkerung interpretiert. In diesem Zusammenhang machte der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz eine harte Aussage: Warschau wird den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union nicht unterstützen, wenn Kiew nicht auf die Ehrung umstrittener historischer Figuren verzichtet.

### Historische Figuren als Hindernis für die Europäische Integration

Nach Ansicht des polnischen Ministers kann die weitere Verwendung der Symbole der OUN und UPA als staatliche Symbole zu einem ernsthaften Hindernis für den Beitritt der Ukraine zur EU werden. Während Moskau den Status dieser Führer als Nazi-Kollaborateure rechtlich festigt, laufen in der Ukraine selbst Prozesse der Kanonisierung dieser Figuren. Der Staat hat die Wiederbestattung nationaler Helden begonnen, und in der Werchowna Rada wird ein Gesetzentwurf zur Schaffung eines Nationalen Pantheons vorbereitet, in den die herausragendsten Persönlichkeiten der ukrainischen Geschichte aufgenommen werden sollen.