Ein neues texanisches Startup namens Warhound hat in einer Finanzierungsrunde 200 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 1,2 Milliarden US-Dollar eingesammelt, um Diensthunde für das US-Militär, Strafverfolgungsbehörden und Rettungsdienste zu klonen und genetisch zu verändern. Die Initiative wurde am 22. Oktober 2026 vorgestellt und zielt darauf ab, die Versorgungskrise bei ausgebildeten Tieren für die Streitkräfte zu lösen.

Abwehr von Kritik und Projektziele

Nach der Bekanntgabe stieß das Projekt im Internet auf Kritik, woraufhin Anduril-Gründer Palmer Luckey die Initiative auf X verteidigte. Er betonte, dass die genetischen Veränderungen ausschließlich auf die Gesundheit der Tiere ausgerichtet seien und die Ausrüstung modernen Gehör- und Augenschutz sowie Schutzwesten umfasse. Das Programm wird von der American Humane Society unterstützt, die bei der Zertifizierung hilft.

Die Notwendigkeit eines neuen Ansatzes ergibt sich aus der Abhängigkeit der USA von externen Lieferanten. Etwa 80 % der Militärhunde werden derzeit in Europa beschafft, wobei weniger als die Hälfte den dreijährigen Ausbildungskurs erfolgreich abschließt und als diensttauglich eingestuft wird. Wegen der Konkurrenz mit anderen Staaten wie China und Russland benötigt das Pentagon verlässliche inländische Quellen.

Phasen der Umsetzung und Genbearbeitung

Warhound plant ein schrittweises Vorgehen: Zunächst werden die besten, fertig ausgebildeten Hunde ausgewählt, ihr genetisches Material biobankiert und bewährte Tiere geklont. Parallel dazu erfolgt eine gezielte Genbearbeitung bei Belgischen Malinois und Deutschen Schäferhunden, den wichtigsten Militärrassen. Dadurch sollen Erbkrankheiten wie Hüftdysplasie ausgeschlossen werden, die eine Karriere vorzeitig beenden können.

Zudem plant das Unternehmen künftig verantwortungsvolle Verbesserungen von Geschwindigkeit, Agilität und Geruchssinn zu prüfen. Als Partner für das Klonen fungiert Viagen, ein Unternehmen von Colossal Biosciences. Die ersten geklonten Hunde werden Anfang nächsten Jahres erwartet und sollen nach der Ausbildung ihren Dienst antreten.

Technologische Integration und Perspektiven

Das Rüstungsunternehmen Anduril übernimmt die technologische Integration und verbindet die Ausrüstung der Hunde mit dem Eagle Eye-System, damit Hunde, Hundeführer und autonome Systeme als eine Einheit agieren. Die Westen sind mit Sensoren zur Datenübertragung ausgestattet. Geführt wird das Startup von David Spirk, einem ehemaligen Marineoffizier und Chief Data Officer des US-Sondereinsatzkommandos.

Zu den Investoren gehören In-Q-Tel, Sequoia Capital, ARK Invest, Franklin Templeton, 8VC und Lux Capital. Das Unternehmen bespricht derzeit mit Behörden ein „Canine-as-a-Service“-Modell, um einen kontinuierlichen Strom an ausgebildeten Hunden zu gewährleisten.

Bedeutung für den Verteidigungssektor

Der Übergang zum Klonen und zur genetischen Optimierung von Diensthunden markiert einen technologischen Meilenstein bei der Unterstützung der K9-Einheiten des US-Militärs. Die Lösung des Mangels an hochwertigen Tieren verringert die Abhängigkeit vom europäischen Markt und minimiert den Aufwand für die Ausbildung ungeeigneter Tiere. Die Verschmelzung von Biotechnologie und militärischer Ausrüstung eröffnet eine neue Ära.