In der Nacht vom 28. Mai erreichte die Spannungen in der Region einen neuen Höhepunkt: Die US-Streitkräfte führten den zweiten Angriff innerhalb einer Woche auf iranischem Territorium durch. Der Angriff war präzise und zielte auf ein Objekt, das nach Angaben Washingtons eine echte Bedrohung für US-Truppen und die Sicherheit des kommerziellen Schiffsverkehrs im strategisch wichtigen Ormus-Straße darstellte.

Die Situation spitzte sich zu. Im Rahmen der Operation schlugen US-Kampfflugzeuge nicht nur ein Bodenziel, sondern schlugen auch mehrere iranische Drohnen in der Luft ab. Diese Maßnahmen waren eine direkte Antwort auf Teherans Versuche, die Lage im wichtigsten Energieknotenpunkt der Welt zu destabilisieren.

Das Paradoxon der aktuellen Situation besteht darin, dass die Angriffe vor dem Hintergrund aktiver Verhandlungen über einen Waffenstillstand stattfinden. Der Konflikt, der am 28. Februar ausbrach und bereits Tausende von Menschenleben gefordert hat, befindet sich nun im dritten Monat. Die Weltmärkte sind in Panik: Die Energiepreise erreichen Rekordhöhen, und jede Eskalation droht einen globalen Wirtschaftsschock auszulösen.

Trump gegen die „gemeinsame Verwaltung“ der Straße

Am selben Tag, an dem die Angriffe stattfanden, kritisierte US-Präsident Donald Trump hart Gerüchte über ein neues Format zur Verwaltung der Ormus-Straße. Zuvor hatten iranische Medien berichtet, dass Teheran und Maskat eine Vereinbarung über die gemeinsame Kontrolle der Wasserstraße getroffen haben. Trump bezeichnete dies als inakzeptabel und erklärte, dass die Straße für alle offen bleiben werde, aber unter vollständiger Kontrolle der Sicherheitskräfte stehen müsse.

Diese Erklärung klang wie eine Warnung: Washington beabsichtigt nicht, Szenarien zuzulassen, in denen sein Einfluss in der Region verwässert wird. Bereits am 26. Mai hatten die USA eine „defensive“ Operation durchgeführt, bei der Minenlegerboote und Raketenstellungen zerstört wurden. Der Iran bezeichnete dies als Verletzung des zerbrechlichen Waffenstillstands, was das Vertrauenskrise weiter verschärfte.

Erste Anzeichen einer politischen Tauwetter in Iran

Trotz des Krieges gibt es im Inneren des Irans erste Anzeichen einer politischen Entspannung. Präsident Masoud Pezeshkian befahl die Wiederherstellung des Zugangs zum internationalen Internet. Diese Entscheidung wurde nach fast 90 Tagen strenger Isolation und Blockaden möglich, die eingeführt wurden, um Proteste einzudämmen und die Weitergabe von Informationen über den Verlauf der Kampfhandlungen zu verhindern.

Experten verbinden dies mit dem Versuch Teherans, der Welt seine Bereitschaft zum Dialog zu zeigen. Nach Angaben von Quellen sieht eines der diskutierten Modelle zur Konfliktlösung eine vollständige Normalisierung des Schiffsverkehrs in der Ormus-Straße bereits einen Monat nach der Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens vor. Doch angesichts der nächtlichen Angriffe wird der Weg zum Frieden lang und gefährlich sein.