In der Region des Persischen Golfs entfaltet sich ein neues Kapitel des Wirtschaftskrieges. Der US-Finanzminister Scott Bessent hat eine weitreichende Erklärung abgegeben, die das Kräfteverhältnis grundlegend verändern könnte: Washington ist bereit, eingefrorene iranische Vermögenswerte zu nutzen, um Schäden an seinen Verbündeten zu kompensieren.
Der Beamte veröffentlichte die Position der Verwaltung in dem sozialen Netzwerk X und machte deutlich, dass die Unantastbarkeit der Mittel Teherans der Vergangenheit angehört. Laut Bessent werden alle Zahlungen, die an Länder im Persischen Golf als Entschädigungen geleistet werden, durch die Entnahme von Geldern von iranischen Konten finanziert.
Wirtschaftlicher Druck und Bedrohung durch Aggression
Die iranische Wirtschaft steht somit unter neuem, beispiellosem Druck. Bessent betonte, dass jedes aggressive Vorgehen Teherans direkte finanzielle Konsequenzen haben wird. „Jeder Angriff, den der Iran durchführt, wird die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen, mit denen er konfrontiert wird, nur noch vertiefen', fügte der Minister hinzu.
Es geht um eine kolossale Summe – etwa 24 Milliarden Dollar. Diese Mittel sind derzeit eingefroren, und Teheran fordert ihre sofortige Rückgabe. In Washington betrachtet man die Situation jedoch anders: Anstatt das Geld an den Iran zurückzugeben, könnte es an die betroffenen Länder übergeben werden.
Forderungen Teherans und die Antwort der USA
In den Verhandlungen mit Donald Trump hat der Iran eine klare Liste von Forderungen vorgelegt:
- Rückgabe aller eingefrorenen Vermögenswerte;
- Zahlung von Entschädigungen für die Folgen des Krieges;
- Beendigung des finanziellen Drucks.
Die USA haben jedoch eine völlig andere Sicht auf diese Mittel. Der Finanzminister droht faktisch mit der Konfiszierung und verwandelt das eingefrorene Geld in ein Instrument der Bestrafung.
Reaktion des Iran und militärischer Kontext
Die iranische Führung hat bereits auf die Drohungen Washingtons reagiert. Kaseem Garibabadi, stellvertretender Außenminister des Iran, erklärte, dass die USA kein Recht haben, über dieses Geld zu verfügen. „Die Vermögenswerte des Iran sind weder militärische Beute Washingtons noch ein Fonds zur Bezahlung seiner Verbündeten', betonte Garibabadi.
Die Spannungen in der Region haben sich verschärft, nachdem Teheran einen amerikanischen Hubschrauber mit einem Drohnen abgeschossen hatte. Der US-Präsident Donald Trump versprach eine Gegenreaktion gegen den Iran, verschob die Entscheidung jedoch nach einigen Stunden, da er einen abgewogenen Ansatz für notwendig hielt.
Aussichten auf ein Abkommen
Trotz der harten Rhetorik sprechen in Washington über die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung. Der US-Vizepräsident JD Vance erklärte, dass die Vereinigten Staaten sich derzeit in einer Position befinden, die es ermöglicht, ein Abkommen zu schließen, das sowohl wirtschaftlich als auch langfristig vorteilhaft ist.
Laut dem Beamten könnte das Dokument entweder bereits in der nächsten Woche oder in einigen Monaten unterzeichnet werden. Er betonte jedoch, dass dies definitiv vor den Zwischenwahlen in den USA geschehen muss.