Berichten der The Wall Street Journal zufolge haben hochrangige Vertreter der US-Regierung in den letzten Monaten den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Selenskyj gebeten, von Angriffen auf russische Ölraffinerien abzusehen. Das berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die amerikanische Publikation. Unter denjenigen, die laut Quellen der Zeitung diese Verhandlungen führten, werden US-Vizepräsident JD Vance sowie die Sonderbeauftragten des Präsidenten Steve Witkoff und Jared Kushner genannt.

Wiederholte Appelle aus Washington

Zuvor berichtete The Wall Street Journal unter Berufung auf Quellen, dass die USA die ukrainische Seite sechsmal gebeten hätten, die Angriffe auf russische Energieanlagen einzustellen. Die Zählung dieser Appelle beginnt mit dem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Volodymyr Selenskyj am Rande der UN-Generalversammlung im September. Demnach war der Druck Washingtons auf Kiew bezüglich der Energieangriffe laut der Publikation über mehrere Monate hinweg systematischer Natur und kein einmaliges Ereignis.

Position Kiews: Angriffe bis zum Energiefrieden

Berichten zufolge haben die ukrainischen Behörden eine harte Haltung eingenommen. Eine informierte Quelle von RBC-Ukraine versicherte, dass die Angriffe auf russische Raffinerien fortgesetzt werden, bis ein Energiefrieden erreicht ist. Kiew verknüpft somit die Bereitschaft, Angriffe auf die Raffinerieinfrastruktur einzustellen, mit dem Vorhandensein einer gegenseitigen und bestätigten Waffenruhe im Energiesektor.

Der „Energiefrieden“: Unterschiedliche Einschätzungen

Vor diesem Hintergrund forderte US-Präsident Donald Trump öffentlich, dass die Ukraine die Angriffe auf russische Raffinerien sofort einstellen müsse, und kündigte einen Energiefrieden zwischen der Ukraine und Russland an. Gleichzeitig erklärten vorliegenden Berichten zufolge beide Seiten, nichts von solchen Vereinbarungen zu wissen. Die Ukraine stimmte dem Energiefrieden Berichten zufolge zu, jedoch griff Russland daraufhin erneut ukrainische Energieanlagen an. Daraufhin kündigte Volodymyr Selenskyj die Wiederaufnahme der Angriffe auf russische Raffinerien an, was Donald Trump kritisierte und solche Angriffe als „Schande“ bezeichnete.

Bedeutung der Signale aus Washington

Die Gesamtheit dieser Aussagen zeigt, dass die Frage der Energieangriffe zu einem der Kernpunkte in den Kontakten zwischen den USA, der Ukraine und Russland geworden ist. Die von der WSJ gemeldeten Appelle von Vance, Witkoff und Kushner zeigen, dass die Trump-Regierung aktiv versucht, die Taktik Kiews zu beeinflussen, während die ukrainische Seite ihr Handeln an das Vorhandensein einer echten und gegenseitigen Energiewaffenruhe knüpft. Die Diskrepanz darüber, ob eine solche Waffenruhe existiert und in welchem Umfang, bleibt ein zentraler Widerspruch in dieser Verhandlungslinie.