In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni (Kiewer Zeit) erreichte die Spannungen in der Region einen kritischen Punkt. Die US-Streitkräfte haben die militärischen Aktionen gegen den Iran wiederaufgenommen und eine Serie von Angriffen auf das Territorium des Landes gestartet. Explosionen wurden in mehreren Gebieten registriert, was sowohl durch offizielle Erklärungen des amerikanischen Kommandos als auch durch Berichte lokaler Medien bestätigt wird.
Offizielle Position der USA: Selbstverteidigung und Antwort auf Aggression
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) hat die Durchführung der Operation offiziell bestätigt. In einer Erklärung, die im sozialen Netzwerk X veröffentlicht wurde, heißt es, dass die Truppen um 17:15 Uhr (östliche Zeit) begannen, mehrere Ziele anzugreifen. Diese Entscheidung wurde auf Anweisung des Oberbefehlshabers getroffen.
Die amerikanische Seite qualifiziert diese Maßnahmen als notwendige Schritte zur Selbstverteidigung. In dem Dokument wird betont, dass die Angriffe eine direkte Antwort auf die „ungerechtfertigte und anhaltende Aggression“ des Iran darstellen.
Ziele des Angriffs: Von der Luftabwehr bis zu Industrieanlagen
Laut Berichten von Axios-Journalisten, die sich auf einen namentlich nicht genannten Beamten des Pentagon beziehen, konzentrieren sich die Angriffe auf den Süden des Iran. Zu den Zielen gehörten Schlüsselelemente der militärischen Infrastruktur: Luftabwehrsysteme (Luftraumverteidigung), Radaranlagen und Kontrollpunkte für unbemannte Fluggeräte.
Iranische Medien berichten von einem breiteren geografischen Spektrum der Angriffe. Es wird von Explosionen in der Nähe der Straße von Hormus, im westlichen Teil Teherans sowie in der südlichen Hafenstadt Bandar Abbas in unmittelbarer Nähe des Flughafens und der Luftwaffenbasis berichtet. Darüber hinaus behaupten iranische Quellen, dass eine petrochemische Fabrik auf dem Gasfeld South Park in Asaluyeh getroffen wurde.
Das Scheitern der Diplomatie und die Gefahr einer Eskalation
Die militärische Eskalation erfolgte vor dem Hintergrund des Scheiterns diplomatischer Bemühungen. Die Zeitung The New York Times berichtet, dass die Chancen auf eine friedliche Lösung drastisch gesunken sind, nachdem die Delegation Katar am Mittwochabend den Iran verlassen hat, ohne Fortschritte in den Verhandlungen erzielt zu haben.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, dass der Iran die Verhandlungen verzögert, und gewarnt, dass Teheran dafür „einen Preis zahlen“ müsse. In der Nacht vom 9. auf den 10. Juni hatten sich die Seiten bereits gegenseitig angegriffen: Die USA griffen Landziele an, während der Iran Gegenangriffe auf US-Stützpunkte im Nahen Osten startete. Danach wurden die Kampfhandlungen vorübergehend eingestellt, doch am Tag darauf versprach Trump einen „sehr starken Schlag“.
Vorgeschichte des Konflikts
Der unmittelbare Auslöser für die neue Welle von Angriffen war die Aussage Trumps, dass in der Nähe der Straße von Hormus ein amerikanischer Militärhubschrauber vom Typ AH-64 abgeschossen wurde. Der US-Präsident machte den Iran dafür verantwortlich und versprach eine harte Antwort.
Am Abend bestätigte Pentagon-Chef Pete Hegseth die Bereitschaft für die Operation und erklärte, dass der Angriff entweder in dieser Nacht oder am folgenden Tag stattfinden könnte. Laut Materialien von Axios wurde eine Variante einer groß angelegten, aber kurzfristigen Operation diskutiert, die darauf abzielte, die Verhandlungsposition Teherans zu beeinflussen.