Die diplomatische Sackgasse rund um das iranische Atomprogramm droht einen Wechsel der Taktik Washingtons herbeizuführen. US-Außenminister Marco Rubio, während eines Besuchs in Neu-Delhi, äußerte eine harte Position: Wenn die diplomatischen Instrumente nicht funktionieren, wird Amerika ohne Zögern auf „alternative Optionen“ umschalten.

Harte Haltung Washingtons

Rubio verschweigte nicht, dass das Weiße Haus Teheran bereits ein konkretes Angebot unterbreitet hat. Es beinhaltet die Möglichkeit für den Iran, den Hormus-Straße zu öffnen und einen „echten, bedeutungsvollen und zeitlich begrenzten“ Dialog zu beginnen. Der amerikanische Beamte betonte jedoch, dass die USA einen klaren Plan B haben. Wenn kein „guter Deal“ erzielt wird, ist Washington bereit, einen anderen, radikaleren Weg einzuschlagen.

Iranische Antwort: Fortschritte gibt es, aber nicht die richtigen

In Teheran reagierten die Aussagen aus Neu-Delhi zurückhaltend. Der Pressesprecher des iranischen Außenministeriums Esmaeil Baghai bestätigte, dass die Diskussion über ein potenzielles Memorandum of Understanding tatsächlich voranschreitet. Die iranische Seite eilt jedoch dazu, die Erwartungen zu beruhigen: Dies bedeutet noch nicht, dass ein endgültiger Deal in naher Zukunft unterzeichnet wird.

Zudem verlagerte das iranische Außenministerium die Schwerpunkte. Derzeit konzentriert sich Teheran ausschließlich auf Verhandlungen zur Beendigung des Krieges und lehnt Diskussionen über nukleare Fragen ab. Das Ministerium äußerte auch Unzufriedenheit darüber, dass amerikanische Beamte ihre Positionen ständig ändern, was, nach Ansicht der Iraner, künstliche Hindernisse für eine Annäherung schafft.

Der Faktor Zeit und Trump

In diesem Zusammenhang sollte man an die jüngsten Worte des US-Präsidenten Donald Trump erinnern. Am 24. Mai gab er seinen Verhandlungsführern den Auftrag, sich nicht zu beeilen, ein Abkommen zu unterzeichnen, und erklärte, dass die Zeit auf der Seite Washingtons liege. Einen Tag zuvor hatte er zugegeben, dass eine Rahmenvereinbarung – ein Memorandum of Understanding – bereits „in erheblichem Maße erreicht“ sei.

Der Kern des vorgeschlagenen Dokuments besteht darin, die Kampfhandlungen zu beenden, den Hormus-Straße zu öffnen und die amerikanische Blockade aufzuheben. Wenn sich die Parteien innerhalb von 30 bis 60 Tagen einigen können, wird ein endgültiges Dokument zur Beendigung des Krieges vereinbart. Laut CBS News hat der Iran bereits Zugeständnisse gemacht und angeblich zugestimmt, seine Vorräte an hochangereichertem Uran zu entsorgen.