Die Weltwirtschaft und die geopolitische Landkarte des Nahen Ostens könnten sich bereits in den nächsten Tagen erheblich verändern. Der US-Finanzminister Scott Bessent erklärte in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC, dass Washington und Teheran im Endspurt der Verhandlungen über die Öffnung der Straße von Hormus stehen.
Laut Bessent führen die Parteien einen aktiven Dialog, und die Wahrscheinlichkeit eines Abkommens, das den kommerziellen Schiffsverkehr wieder in den normalen Rahmen zurückführt, wird als extrem hoch eingeschätzt. „Wir verhandeln mit den Iranern. Es besteht die Möglichkeit, dass wir heute oder morgen eine Vereinbarung über die Öffnung der Straße und eine Bewegung hin zu einer normalisierten Position in diesem Konflikt erzielen können', betonte der amerikanische Beamte.
Wirtschaftliche Auswirkung: Öl wird billiger
Die Märkte reagierten sofort auf die Aussage des Ministers. Rohölfutures in den USA verzeichneten einen steilen Rückgang, fielen um etwa 4 % und sanken unter die Marke von 77 Dollar pro Barrel. Experten führen dies auf die Erwartung der Aufhebung logistischer Beschränkungen zurück.
Bessent prognostiziert einen weiteren Preisverfall bei Energieträgern, nachdem die Straße offiziell geöffnet wurde. Laut seinen Worten warten derzeit Hunderte, wenn nicht Tausende von Schiffen im Gewässer auf die Erlaubnis zum Durchgang. Die Beseitigung dieses „Staus' wird den Markt sättigen und die spekulative Hysterie dämpfen.
Details des Abkommens: Rolle Omans und Verkehrsüberwachung
Ein Schlüsselelement der Verhandlungen bleibt die Frage der Kontrolle des Schiffsverkehrs. Der Iran besteht auf dem Recht, den eingehenden Verkehr zu kontrollieren und in den abgehenden Strom eingreifen zu können. Laut Informationen, die die Agentur Reuters von einer hochrangigen iranischen Quelle erhielt, diskutieren die Parteien einen vorläufigen Plan, der unter Vermittlung Omans entwickelt wurde.
Der Kern des Vorschlags lautet wie folgt:
- Der Iran behält die Kontrolle über den eingehenden Schiffsverkehr.
- Die abgehende Route wird zwischen Iran und Oman verlaufen.
- Die Ausfahrbewilligung für Schiffe wird durch Oman nach Benachrichtigung durch Teheran erteilt.
Gleichzeitig zeigt die iranische Seite eine gewisse Flexibilität, indem sie auf die Forderung nach vollständiger Kontrolle des Verkehrs in beiden Richtungen verzichtet. Die Quelle merkte an, dass Teheran seine Position zu diesem Thema wahrscheinlich nicht ändern wird, da der aktuelle Kompromiss bereits ihre Sicherheitsinteressen berücksichtigt.
Erwartungen von Trump und Perspektiven
Der Optimismus in Washington wird auch von US-Präsident Donald Trump geteilt. Er erklärte, die Verhandlungen würden schnell voranschreiten, und eine vollständige Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus werde bereits bis zum 4. August diskutiert. Zuvor waren an diesem Tag die Ölpreise aufgrund der Unsicherheit im diplomatischen Prozess erneut gestiegen, doch die jüngsten Aussagen von Bessent geben Hoffnung auf eine Stabilisierung der Lage.
Das Abkommen, sofern es unterzeichnet wird, sieht die Freiheit der Bewegung in der Straße im Austausch gegen einen Gegenzug vor – die Erlaubnis für den Iran, eine Gebühr für den Durchgang von Schiffen zu erheben. Obwohl die Lage in der Region angespannt bleibt, deutet die Tatsache, dass Schiffe bereits den Durchgang verlassen, darauf hin, dass eine Entspannung früher eintreten könnte als erwartet.