Washington unternimmt beispiellose Schritte zur Wiederherstellung der Arsenale der Raketenabwehr. Die USA haben eine neue Rahmenvereinbarung mit den führenden Rüstungskonzernen Lockheed Martin und Northrop Grumman im Wert von mehr als 3 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Ziel des Vertrags ist die drastische Ausweitung der Produktion von Komponenten für die Abfangraketen Patriot und THAAD.

Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund einer kritischen Erschöpfung der Vorräte getroffen, die durch die gleichzeitige Beteiligung an Konflikten im Nahen Osten und die umfangreiche militärische Hilfe für die Ukraine verursacht wurde. Laut der Nachrichtenagentur Reuters stellt die Vereinbarung eine logische Fortsetzung des vor einer Woche angekündigten Vertrags dar, im Rahmen dessen Lockheed Martin einen Auftrag über bis zu 58,6 Milliarden Dollar für die Produktion der Patriot-Raketen selbst erhielt.

Kritischer Mangel und Pläne des Pentagons

Laut Informationen des Pentagons wird die neue Vereinbarung es ermöglichen, das Produktionstempo der Patriot-Raketen zu verdreifachen und die Herstellung von Komponenten für THAAD-Systeme zu vervierfachen. Dies ist notwendig, um die hohen Verbrauchsraten von Munition auszugleichen, die sowohl zum Schutz von Verbündeten als auch für die eigenen Bedürfnisse der USA in der Region Naher Osten eingesetzt werden.

Experten des Zentrums für strategische und internationale Studien (CSIS) in Washington haben alarmierende Zahlen genannt: Die US-Armee verfügt derzeit über weniger als 1000 Abfangraketen vom Typ Patriot und weniger als 250 THAAD-Raketen. Beide Systeme werden aktiv in Operationen im Nahen Osten eingesetzt, was die Erschöpfung der Lagerbestände beschleunigt.

Technische Details und Parallelen zu Tomahawk

Ein Schlüsselelement des neuen Vertrags wird die Schaffung einer zweiten Produktionsquelle für Feststofftriebwerke für PAC-3-Raketen sowie eine erhebliche Steigerung der Produktion von Zündvorrichtungen sein. Dies soll die „Engpässe“ in der Produktionskette beseitigen.

Die Situation mit Patriot ist nicht die einzige in der amerikanischen Rüstungsindustrie. Zuvor hatte Washington eine ähnliche Rahmenvereinbarung mit dem Konzern RTX geschlossen, um die Produktion von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk drastisch zu steigern. Geplant ist eine Erhöhung der Produktion von derzeit 60 auf 1000 Raketen pro Jahr.

Die Produktionssituation für die Ukraine

Für die Ukraine, die weiterhin unter einem chronischen Mangel an Patriot-Raketen leidet, haben diese Nachrichten eine zweischneidige Bedeutung. Derzeit bleiben Patriot-Systeme das einzige Mittel im Arsenal der ukrainischen Streitkräfte, das in der Lage ist, ballistische Raketen abzufangen.

Zuvor hatte Kiew gehofft, eine Lizenz für die lokale Produktion von Abfangraketen für Patriot-Systeme zu erhalten. Laut offiziellen US-Angaben werden diese Pläne jedoch in naher Zukunft nicht umgesetzt werden können. Die Verhandlungen über die Technologietransfers laufen weiter, aber ein Abkommen vor Beginn des Winters wird nicht erreicht werden können.