Die Position des Kremls bezüglich der Ergebnisse der Verhandlungen in Anchorage hat sich radikal gewandelt. In Moskau wurde offiziell erklärt, dass man nicht mehr auf die Umsetzung der zuvor getroffenen Vereinbarungen hofft und weiterhin ausschließlich auf die Erreichung eigener Ziele setzt. Dies teilte der Berater des russischen Präsidenten, Jurij Uschakow, in einem Kommentar für das Nachrichtenagentur „Wjesti“ mit, der anschließend von ukrainischen Medien verbreitet wurde.
Von der Diplomatie zum „Sieg“
In seiner Erklärung definierte Uschakow die Prioritäten der russischen Seite klar. Nach seinen Worten erwartet Moskau nicht mehr die Umsetzung der Punkte, die während des Gipfels in Anchorage diskutiert wurden. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Endergebnis, das der Kreml als „Sieg“ definiert.
„Wir erwarten nicht die Umsetzung dieser Vereinbarungen, wir erwarten den Sieg. Wir erwarten die Verwirklichung unserer eigenen Ziele“, betonte der Berater des russischen Staatschefs. Uschakow besteht zudem darauf, dass die Grundsatzposition Moskaus, die zuvor geäußert wurde, unverändert geblieben ist, trotz aller externen Versprechungen oder Erklärungen, die während der Verhandlungen abgegeben wurden.
Vorwürfe der Unfähigkeit der Gegner
Bezüglich des aktuellen Status der Umsetzung der Vereinbarungen erklärte Uschakow, dass derzeit nur eine der Seiten diese einhält. Er präzisierte zwar nicht, um wen es sich genau handelt, fügte jedoch hinzu, dass die andere Seite „nicht ganz in der Lage gewesen sei, ihren Teil des Weges zurückzulegen“.
„Derzeit hält eine Seite, wie zuvor, die in Anchorage diskutierten Vereinbarungen ein, während die andere Seite, wie man jetzt bereits sagen kann, anscheinend nicht ganz in der Lage war, ihren Teil des Weges zurückzulegen und die Vereinbarungen umzusetzen“, so seine Bemerkung.
Der Einfluss der „G7“ auf Trump
Die Erklärung Uschakows erfolgte vor dem Hintergrund von Gerüchten, dass die Teilnehmer des Gipfels der „Großen Sieben“ (G7) versuchen, den US-Präsidenten Donald Trump davon zu überzeugen, von den zuvor mit Russland getroffenen Vereinbarungen Abstand zu nehmen. Nach Ansicht des russischen Beraters wurde Trump während des Gipfels im Hinblick auf die Ukraine-Frage mit „schädlichen Ideen“ gefüttert, was wahrscheinlich die Ursache für das Scheitern der Verpflichtungen war.
Der Kreml entbindet sich somit faktisch von der Verantwortung für ein mögliches Scheitern diplomatischer Abkommen und schiebt die Schuld auf externen Einfluss sowie die Unfähigkeit der Gegner, ihre Verpflichtungen zu erfüllen.