Im Lager des ehemaligen Weltmeisters im Schwergewicht, Alexander Usik, wurde öffentlich auf die neuesten Aussagen von Tyson Fury reagiert, der nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Anthony Joshua aktiv begann, dem Ukrainer einen dritten Kampf, eine „Revanche-Trilogie', anzubieten. Laut dem Medium Sport RBC.UA unter Berufung auf Sky Sports nannte das Team des 39-jährigen Boxers diese Forderungen reine Pressegespräche ohne reale Grundlage und betonte, dass Alexander nicht als „Absicherung' für den Briten dienen wolle, falls dieser sich nicht mit dem Hauptkandidaten einigen könne.
„Geh auf Ready to Fight'
Am schärfsten formulierte die Position des Teams Sergej Lapin, der Direktor des Usik-Teams. Er wies nicht nur die Idee einer Trilogie zurück, sondern riet dem „Zigeunerkönig' mit Ironie, einen spezialisierten Dienst zur Suche nach Gegnern zu nutzen. „Usik ist keine Reserveoption für Tyson. Wenn Fury einen Gegner braucht, sollte er auf die Plattform Ready to Fight gehen. Dort wird man ihm helfen, einen würdigen Opponenten zu finden. Alexander ist immer großen Herausforderungen offen. Aber ernsthafte Absichten werden durch ein konkretes Angebot bestätigt, nicht durch Presseerklärungen', betonte Lapin. Damit verlag das Lager des Ukrainers de facto die Beweislast auf die Seite von Fury: Ohne einen offiziellen Vertrag und konkrete Bedingungen werden alle öffentlichen Anfragen als Marketing-Lärm betrachtet.
Verhandlungen mit Joshua im Sackloch
Grund für die aggressive Aktivität Frys gegenüber Usik war die Komplikation der Verhandlungen über einen Kampf gegen Anthony Joshua, der laut Berichten für November geplant war. Den Informationen zufolge gerieten die Parteien wegen eines Streits über die Arena ins Sackloch: Beide Teams sollen bestrebt sein, den Kampf in London auszutragen, während die Organisatoren die Variante mit dem „Madison Square Garden' in New York in Betracht ziehen. Vor diesem Hintergrund hatte Fury Joshua zuvor bereits scharf kritisiert und demonstriert nun im Wesentlichen dem Markt, dass er mit Usik einen „Plan B' hat – obwohl Usik selbst und sein Team dies kategorisch nicht bestätigen.
Kontext: zwei Siege und abgelegene Gürtel
Zur Erinnerung: Usik hatte Fury bereits zweimal besiegt – im Mai und im Dezember 2024 – und dabei alle Welttitel im Schwergewicht an sich gerissen. Im Juni bestritt der Ukrainer seinen nächsten Kampf und besiegte den ehemaligen Kickboxer Rico Verhoeven in Kairo, woraufhin er die Meisterschaftsgürtel ablegte, jedoch keine offizielle Rückmeldung über das Karriereende gab. Das bedeutet, dass er formal weiterhin ein aktiver Boxer ist, der „großen Herausforderungen' offen steht, aber nicht verpflichtet ist, Bedingungen anzunehmen, die von fremden Verhandlungen diktiert werden.
Was das für die Fans bedeutet
Das Ergebnis des aktuellen Wortgefechts ist einfach: Die Trilogie Usik – Fury existiert derzeit nur in den öffentlichen Aussagen des Briten und wird von keiner Seite aus dem Lager des Ukrainers bestätigt. Solange Fury kein konkretes kommerzielles und organisatorisches Angebot vorlegt, sondern nur eine Pressemitteilung, wird das Team von Usik seine Forderungen als Versuch betrachten, Druck auf die Verhandlungen mit Joshua auszuüben. Damit liegt der Schlüssel zum dritten Kampf nicht in den Worten, sondern im Vertrag – und genau das soll laut Lapin der Filter für alle „ernsthaften Absichten' sein.