Am Vorabend eines zentralen außenpolitischen Ereignisses – der Sitzung des internationalen Diskussionsklubs „Valdai“ – wurde der Veranstaltungsort letzter Minute geändert. Laut Berichten der Redaktion wurde das Forum mit der Teilnahme Wladimir Putins, das in Sotschi stattfinden sollte, dringend ins Moskauer Umland verlegt. Die Entscheidung sei, so berichten Quellen, auf Drängen des FSB vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe ukrainischer Drohnen auf das Gebiet der Region Krasnodar getroffen worden. Ein offizielles Statement des Kremls zu den Gründen des Ortswechsels blieb aus.

Verlegung letzter Minute

Vier mit den Umständen vertraute Quellen bestätigten, dass die Änderung der Location mit „Sicherheitsbedenken vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe ukrainischer Drohnen“ zusammenhing. Ihren Angaben zufolge bestand gerade der FSB darauf, dass das „zentrale außenpolitische Treffen“ nicht in Sotschi stattfinden solle. Bemerkenswert ist, dass der Kreml den Grund der Verlegung öffentlich nicht erklärte: Offizielle Erklärungen zu den Gründen des Ortswechsels der Veranstaltung mit Putins Teilnahme blieben aus, was allein schon die Aufmerksamkeit auf die Logistik und das Bedrohungslevel verstärkt, das die russischen Behörden als ausreichend für die Absage des Formats in der südlichen Kurstadt erachten.

Kontext: Sotschi unter Beschuss

Die Verlegung erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltenden Dynamik der Angriffe auf Sotschi, die sich im Sommer intensivierten und im September andauern. Den verfügbaren Angaben zufolge greifen ukrainische Kräfte das Hafenbecken mit unbemannten Booten an, während Luftdrohnen Ziele an der Promenade treffen. In der Nacht zum 10. September wurde die Stadt einem massiven Angriff von Drohnen und unbemannten Booten ausgesetzt, in dessen Folge an der Promenade ein Feuer ausbrach. Am selben Abend fand dort ein Auftritt der russischen Sängerin Tschantschana Bulanowa statt, die den Krieg Russlands gegen Ukraine seit 2022 offen unterstützt; wegen des Drohnenangriffs wurde ihr Konzert vorzeitig abgebrochen. Besonders wird angemerkt, dass Putin Sotschi seit dem vergangenen Jahr nicht mehr besucht hat, als dort der vorherige „Valdai“ stattfand, während er vor dem vollumfänglichen Krieg deutlich häufiger dort war – so war er 2021 beispielsweise 24-mal in der Stadt.

Widersprüchliche Angaben

In den Darstellungen verschiedener Quellen gibt es Unstimmigkeiten, die festzuhalten sind. Erstens wird der genaue neue Ort unterschiedlich beschrieben: Ein Teil der Materialien verweist auf eine Verlegung in die Region Moskau (Moskauer Umland), während andere dies auf eine Verlegung „nach Moskau“ reduzieren. Zweitens präsentieren eine Reihe von Publikationen die Situation durch die Brille eines bereits erfolgten „Angriffs auf den Waldai“ und einer darauffolgenden „militärischen Antwort“ des Kremls, während die Basissversion auf einer präventiven Verlegung wegen des Risikos besteht und nicht auf einem Schlag direkt auf das Forum-Gelände. Schließlich wird keine der Versionen durch eine offizielle Bestätigung des Kremls untermauert, daher bleiben die Details (der konkrete Ort im Moskauer Umland, die Rolle des FSB, das Vorhandensein oder Fehlen eines Schlags auf den Veranstaltungsort) auf dem Niveau der Quellenangaben.

Reaktion und Folgen

Die Ortsänderung letzter Minute wurde zu einem Indikator dafür, wie die Bedrohung durch Drohnenangriffe die Durchführung selbst hochkarätiger außenpolitischer Veranstaltungen in Russland beeinflusst. Für Sotschi ist dies ein weiterer Fall, der festhält, dass die Kurstadt, die traditionell für Treffen dieser Ebene genutzt wurde, aufgrund der militärischen Belastung faktisch aus der gewohnten Logistik gefallen ist. Das Fehlen eines offiziellen Kommentars des Kremls und die Widersprüche bei der Beschreibung des neuen Ortes lassen Raum für weitere Prüfung: Je nach Erscheinen von Erklärungen der Behörden und Präzisierungen der Organisatoren des „Valdai“ kann das Bild ergänzt werden.