In Venedig wurde ein Hausmuseum eröffnet, das dem französischen Modedesigner Pierre Cardin gewidmet ist. Die Ausstellung ist im Palazzo Bragadin untergebracht – einem historischen venezianischen Palast mit Garten, der seit 1981 die private Residenz des Designers war. Genau in diesen Räumen, in denen sich Cardin zurückzog, nachdachte, Skizzen zeichnete und Inspiration schöpfte, ist nun eine permanente Ausstellung aufgebaut, die seinen kreativen Weg widerspiegelt. Die feierliche Eröffnung fand am 3. September statt, und für die breite Öffentlichkeit öffnen sich die Türen des Museums am 12. September.
Das Haus, das zum Museum wurde
Die Wahl des Ortes ist kein Zufall: Der Palazzo Bragadin war nicht nur Wohnsitz, sondern auch Arbeits- und geistiges Zentrum Cardins. Venedig hatte laut den Organisatoren eine besondere Bedeutung für den Modedesigner, und die Umwandlung der Residenz in ein Museum ermöglicht es, die authentische Umgebung zu bewahren, in der seine Ideen entstanden. Der Bürgermeister der Stadt, Michele Di Bartolomeo Venturini, betonte, dass die Eröffnung eines solchen Raums die Fähigkeit Venedigs zeige, nicht nur die Vergangenheit zu bewahren, sondern auch die moderne Kultur mitzugestalten.
Wer steckt hinter dem Projekt
Initiator des Museums ist Rodrigo Basilicati-Cardin, Sohn von Cardins Neffe und heutiger Geschäftsführer des Modehauses Pierre Cardin. Seine Aufgabe besteht nach dem Konzept nicht nur darin, das Erbe seines Onkels zu bewahren, sondern auch seine kreativen Erkundungen fortzuführen – das Museum also zu einem lebendigen, sich entwickelnden Raum zu machen und nicht zu einem statischen Archiv.
Was drin ist: 350 Exponate
Die Ausstellung umfasst rund 1000 Quadratmeter und enthält 350 Exponate, die verschiedene Etappen des Schaffens des Designers abdecken. Darunter befinden sich etwa 130 Laufsteg-Looks aus Kollektionen, die zwischen 1951 und 2018 entstanden sind. Neben Kleidung werden die Besucher Designobjekte, Möbel, Leuchten, Hüte, Taschen und andere Accessoires sehen, was ein Gesamtbild der vielseitigen Tätigkeit Cardins als Designer gibt.
Zeitlosigkeit statt Chronologie
Die Kuratoren haben bewusst auf eine strenge chronologische Anordnung verzichtet: Die Werke sind so gruppiert, dass die Zeitlosigkeit des Stils Cardins und seine unverwechselbare Geometrie der Formen betont werden. Dieser Ansatz ermöglicht es, das Erbe des Designers als Einheit zu betrachten und nicht als Aneinanderreihung von Daten.
Daten und Aktualisierung der Ausstellung
Nach der offiziellen Eröffnung am 3. September beginnt das Museum am 12. September damit, Besucher aufzunehmen. Die Organisatoren kündigten außerdem eine regelmäßige Aktualisierung der Ausstellung an: Dank des großen Archivs der Maison Pierre Cardin können die Besucher unterschiedliche Werke des Designers sehen und nicht denselben Satz von Exponaten.