Der Sommer 2026 begann mit einer für den Krieg untypischen Ruhe. Im Juni hat die Russische Föderation das Tempo großangelegter Raketen- und Drohnenangriffe auf das ukrainische Territorium deutlich gedrosselt. Dies belegen Daten eines Berichts des Instituts für Kriegsstudien (ISW), auf die sich RBC-Ukraine bezieht.

Analysten verzeichnen einen deutlichen Abkehr von der Taktik, die in der ersten Jahreshälfte dominierte. Während russische Truppen in den Vormonaten regelmäßig die Fähigkeit demonstrierten, Hunderte von Drohnen und Raketen gleichzeitig abzufeuern, fiel die Intensität der Angriffe im ersten Sommermonat auf ein Minimum. Die genauen Gründe für diese Verringerung sind derzeit noch unbekannt.

Veränderung des Kriegsrhythmus

Seit Mitte Januar 2026 hatte die russische Armee eine Kampagne massiver Luftangriffe eingeleitet. Die Statistik des Einsatzes von mehr als 300 Luftwaffenmitteln bei einem einzigen Angriff entwickelte sich zu einem klaren Rhythmus: Die Besatzungstruppen führten ein- bis dreimal pro Woche große Angriffe durch, bevor sie für eine bis zwei Wochen zu weniger intensiven Aktionen übergingen.

Im Juni jedoch unterlag dieses Schema erheblichen Änderungen. Im gesamten Monat führte der Feind nur zwei Angriffe durch, bei denen mehr als 300 Waffeneinheiten zum Einsatz kamen. Diese Beschießungen fanden am 2. und 15. Juni statt.

Experten des ISW stellen fest, dass es keine eindeutige Erklärung für diese Reduzierung der Aktivität gibt, sie nennen jedoch zwei Hauptthesen, die die aktuelle Situation beeinflussen könnten.

Wiederaufnahme der Eskalation

Trotz der Juni-Ruhe nahm der Feind Anfang Juli die Praxis großangelegter Beschießungen wieder auf. In der Nacht zum 2. Juli führten russische Besatzer einen massiven kombinierten Angriff auf Kiew durch. Bei dem Angriff wurden eine große Anzahl von Raketen und Kampfdrohnen abgefeuert, darunter auch neue reaktive Drohnen.

Die Folgen des Angriffs waren tragisch. Im Darnyzkyj-Rajon der Hauptstadt wurde ein zerstörerischer Treffer einer Rakete in ein Wohnhochhaus registriert. Bis sieben Uhr morgens waren 30 Tote bekannt.

Auch der Zoologische Garten Kiew litt unter den feindlichen Einschlägen. Durch den nächtlichen Angriff waren nicht nur Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude des städtischen Zoos gefährdet, sondern auch einige Tiere erlitten Verletzungen. Aufgrund der Notwendigkeit, die Folgen der Beschießung zu beseitigen, wurden einzelne Bereiche des Zoos vorübergehend für Besucher geschlossen.

Als Reaktion auf diesen großangelegten Angriff auf die zivile Infrastruktur versicherte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass eine gerechte Antwort erfolgen werde.