Das Ministerium für digitale Transformation der Ukraine hat bestätigt, dass die Frage der Einschränkung des Zugangs von Militärangehörigen zu Glücksspielen Priorität hat. Die Umsetzung der technischen Lösung ist bis Ende Herbst geplant, berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die stellvertretende Ministerin Natalya Denikeeva.
Technische Umsetzung und Zeitplan
Obwohl die entsprechende Verordnung des Kabinetts der Minister bereits veröffentlicht wurde, wird die Einführung des Mechanismus bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen. Derzeit läuft das Verfahren zur Umverteilung der Haushaltsmittel der staatlichen Agentur PlayCity sowie die Vorbereitung einer Ausschreibung für die Entwicklung eines speziellen Softwaremoduls.
Dieses Modul wird die Interaktion zwischen zwei Schlüssel-Datenbanken sicherstellen: dem Register der Personen, die den Zugang zu Spielen freiwillig eingeschränkt haben, und dem neuen Register des Verteidigungsministeriums.
Wie das Sperrsystem funktionieren wird
Der Leiter von PlayCity, Hennadii Novikov, hat Details zur Funktionsweise des Mechanismus offengelegt. Der Prozess wird vollständig automatisiert und für die Veranstalter von Glücksspielen transparent sein, aber für die Spieler verborgen bleiben.
Der Algorithmus der Handlungen ist wie folgt:
- Der Veranstalter von Glücksspielen sendet eine Anfrage an das Register der Personen, denen der Zugang eingeschränkt ist.
- Wenn im ersten Register keine Einschränkungen vorliegen, wird die Anfrage automatisch an das Register des Verteidigungsministeriums weitergeleitet.
- Das System gibt dem Veranstalter eine endgültige Antwort: „Ja“ oder „Nein“.
Ein wichtiger Aspekt ist die Vertraulichkeit. Der Veranstalter wird die Ursache für die Ablehnung nicht kennen – die Person hat sich möglicherweise selbst eingeschränkt oder wurde aufgrund ihres Status als Militärangehöriger gesperrt.
Risiken und Statistiken
Natalya Denikeeva hat auch vorläufige Ergebnisse einer Studie über den Einfluss von Glücksspielen in der Ukraine vorgestellt. Im Rahmen einer Umfrage wurde die Hypothese einer erhöhten Verwundbarkeit von intern vertriebenen Personen (IVP) widerlegt: ihre Beteiligung am Glücksspiel übersteigt nicht das landesweite Niveau.
Allerdings sieht die Situation in anderen Bevölkerungsgruppen anders aus. Bei Jugendlichen und Militärangehörigen erwiesen sich die Risiken als ausgeprägter. Das Ministerium plant nicht, genaue Zahlen zur Einbindung von Militärangehörigen in Glücksspiele zu veröffentlichen.
„Menschen unter ständigem Stress und Gefahr können anfälliger für verschiedene Arten von Abhängigkeiten sein. Informationen über das Ausmaß der Einbindung von Militärangehörigen in Glücksspiele sind sensibel, daher werden sie ausschließlich die Grundlage für die staatliche Politik bilden“, erläuterte Denikeeva.
Die Studie wird von der Firma „Socioinform“ im Auftrag des Zentrums für verantwortungsvolles Spielen durchgeführt. Der endgültige Bericht wird voraussichtlich Ende August veröffentlicht.