Ein Verlängerungskabel ist eines der verbreitetsten Elemente im häuslichen Stromnetz, doch genau das ist häufig die Ursache für Haushaltsbrände. Wenn elektrischer Strom durch einen Leiter fließt, wird ein Teil der Energie aufgrund des elektrischen Widerstands unweigerlich in Wärme umgewandelt. Je höher die angeschlossene Last, desto intensiver ist die Erwärmung. Ein leichter Temperaturanstieg des Kabels ist normal, aber eine Überhitzung von Stecker, Steckdosen oder dem Gehäuse selbst kann zur Zerstörung der Isolierung und zu einem Brand führen. Der staatliche Zivilschutzdienst der Ukraine (DSNS) hat wiederholt davor gewarnt, mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig über ein einziges Verlängerungskabel anzuschließen, und betont, dass eine Überlastung zu Rauch und offener Flamme führen kann.

Worauf man bei gefährlicher Erwärmung achten muss

Es ist unmöglich, durch eigene Berührung sicher festzustellen, ob die Kabeltemperatur in sicheren Grenzen bleibt. Die US-amerikanische Arbeitsschutzbehörde (OSHA) empfiehlt ausdrücklich, keine Kabel zu verwenden, die während des Betriebs spürbar warm werden, da sie eine reale Brandgefahr darstellen können. Wenn sich der Stecker oder das Gehäuse des Verlängerungskabels erwärmt hat, muss die Nutzung des Geräts sofort eingestellt und bis zur Klärung der Ursache nicht wieder eingeschaltet werden. Es ist strengstens verboten, die Temperatur mit der Hand zu überprüfen, wenn das Gehäuse bereits beschädigt ist, Rauch abgibt oder Funken zu sehen sind — in diesem Fall muss die Leitung stromlos geschaltet und ein Fachmann kontaktiert werden.

Berechnung der zulässigen Last: Die Regel des „schwächsten Gliedes“

Die Anzahl der Steckdosen am Gehäuse eines Verlängerungskabels bestimmt nicht, wie viele leistungsstarke Geräte gleichzeitig angeschlossen werden können. Der Schlüsselparameter ist die Kennzeichnung: Auf dem Gehäuse oder in der Anleitung des Herstellers müssen der maximal zulässige Strom in Ampere und die Leistung in Watt angegeben sein. Die staatliche Energieaufsichtsbehörde der Ukraine erklärt, dass man sich bei der Berechnung am geringsten zulässigen Wert aller Elemente im Stromkreis orientieren sollte. Wenn die Wandsteckdose für 10 A ausgelegt ist, das Verlängerungskabel aber nur für 6 A, begrenzen die Eigenschaften des Verlängerungskabels die zulässige Last. Für eine überschlägige Berechnung multipliziert man die Netzspannung mit dem zulässigen Strom: Wenn ein 6-A-Kabel bei 220 V etwa 1320 W verträgt, überschreitet der Anschluss von zwei Geräten mit einer Gesamtleistung von 1800 W bereits die zulässige Grenze. Wichtig ist, dass selbst ein Verlängerungskabel mit hoher Nennlast die Kapazität einer veralteten Hausverkabelung nicht erhöht.

Welche Geräte niemals über ein Verlängerungskabel angeschlossen werden dürfen

Die größte Last für das Stromnetz erzeugen Geräte mit hohem Energieverbrauch. Die US-Verbraucherschutzkommission (CPSC) empfiehlt, tragbare Heizlüfter direkt an eine Wandsteckdose anzuschließen und dabei Verlängerungskabel sowie Mehrfachsteckdosen zu umgehen. Die US-Feuerwehrbehörde (USFA) erweitert diese Liste auf große Haushaltsgeräte: Wasserkocher, Bügeleisen, Toaster, Mikrowellen und andere leistungsstarke Geräte können ein Verlängerungskabel schnell überlasten, insbesondere bei gleichzeitigem Betrieb. Für jedes solche Gerät sollten die Herstellervorgaben beachtet und die zulässige Last des heimischen Stromnetzes nicht überschritten werden.

Kabeltrommeln und die richtige Verlegung von Kabeln

Kabeltrommeln sind praktisch in der Handhabung, überhitzen jedoch im aufgerollten Zustand deutlich schneller. Die britische Organisation für Elektrosicherheit Electrical Safety First erklärt: Ein aufgerolltes Kabel gibt Wärme schlechter ab, und bei nennenswerter Last führt dies zu lokaler Überhitzung und möglicher Entzündung. Die maximal zulässige Last einer Kabeltrommel im aufgerollten Zustand kann erheblich geringer sein als bei vollständig abgerolltem Kabel. Zudem dürfen Verlängerungskabel laut den Empfehlungen der Electrical Safety Foundation International nicht unter Teppichen, durch Türen, Wände oder Bodenkonstruktionen verlegt werden. Ein abgedecktes Kabel verliert die Fähigkeit, Wärme abzugeben, und rollende Möbel oder schließende Türen beschädigen die Isolierung.

Was man unterlassen sollte und wann ein Elektriker gerufen werden muss

Das Anschließen eines Verlängerungskabels an ein anderes („Kettenschaltung“) erhöht die zulässige Netzlast nicht, sondern schafft lediglich zusätzliche Überhitzungspunkte für den Stecker in der Wandsteckdose. Experten warnen: Eine solche Verbindung erhöht das Risiko von Überlastung und Brand. Wenn in einer Wohnung systematisch Steckdosen fehlen, ist die richtige Lösung, einen lizenzierten Elektriker mit der Installation zusätzlicher Steckdosen zu beauftragen, anstatt eine Kette von Verlängerungskabeln zu bilden. Bei unzureichender Kabellänge ist die Verwendung eines einzelnen Verlängerungskabels mit den erforderlichen Abmessungen und Eigenschaften zulässig, jedoch nur unter der Bedingung, dass der Gerätehersteller einen solchen Anschluss erlaubt und die Gesamtlast den minimalen Nennwert im Stromkreis nicht übersteigt.