Der russische Kinoverleih steht vor einer neuen Eskalation. Der Distributor „Atmosfera Kino' hat gemeinsam mit der Vereinigung der Kinobesitzer offizielle Schreiben an die Kinosketten gesendet, die strenge Empfehlungen zum Programmplan enthalten.

Hauptziel dieser Initiative ist die Verschiebung des Starttermins für den Blockbuster „Spider-Man: Ein neuer Tag' auf Ende August. In den Begleitdokumenten wird dazu aufgerufen, Ressourcen und Bildschirmzeit auf die Förderung des inländischen Films „Der letzte Rusalka. Kolobok' zu konzentrieren, dessen Premiere für den 6. August geplant ist.

Die Situation wird dadurch erschwert, dass der Distributor den Kinos gedroht hat, die Kooperationsbedingungen neu zu überdenken, falls die Empfehlungen nicht befolgt werden. Dies stellt die Kinobetreiber vor eine ernste Dilemma: Sie müssen zwischen dem Wunsch der Zuschauer, den neuesten Hollywood-Hit zu sehen, und dem Druck ihrer Partner, die lokale Inhalte fördern wollen, abwägen.

Rechtlicher Status westlicher Filme

Es ist wichtig, den Kontext dieses Streits zu verstehen. Der weltweite Release des Films „Spider-Man: Ein neuer Tag' erfolgte bereits am 29. Juli. In Russland bleibt die Situation mit dem Verleih westlicher Filme jedoch spezifisch: Sie werden ohne Zustimmung der Rechteinhaber und ohne ein offizielles Verleihzertifikat gezeigt.

Das Fehlen eines legalen Status macht westliche Filme anfällig für Forderungen lokaler Distributoren und Verbände. Tatsächlich zeigen Kinos, die „Spider-Man' ausstrahlen, dies in einer Grauzone, was Spielern wie „Atmosfera Kino' Druckmittel bietet.

Kampf um Bildschirmzeit

Der Interessenkonflikt ist offensichtlich. Auf der einen Seite steht die globale Marke Marvel, die ein riesiges Publikum anzieht, auf der anderen die staatliche Unterstützung der einheimischen Filmindustrie durch die Förderung von „Der letzte Rusalka'.

Die Drohung mit einer Neubesprechung der Kooperationsbedingungen klingt wie ein ernstes Signal: Wenn die Kinos nicht gehorchen und keine Sitzungen für „Kolobok' freigeben, könnten sie Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit anderen Projekten im Portfolio des Distributors bekommen. Das Ergebnis dieses Kampfes wird sein, ob das russische Publikum den neuen Spider-Man Anfang August sehen wird oder bis Ende des Monats warten muss.