In der Ukraine werden die Gesetze zum Tierschutz immer strenger. Die Rechtsprechung zeigt, dass Täter, die sich über Haustiere hermachen, sowohl administrativ als auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können, bis hin zu echter Freiheitsstrafe. Experten stellen fest, dass Gerichte in solchen Fällen immer häufiger verurteilende Urteile fällen.
Die Skala der Strafen: Von Geldbußen bis ins Gefängnis
Der Anwalt Jewhen Bulymenko erklärte in einem Kommentar an RBC-Ukraine die Abstufung der Haftung in Abhängigkeit von der Schwere der Folgen. Wenn die Handlungen einer Person einem Tier Qualen oder körperliche Schmerzen zufügen, aber nicht zu Verletzungen oder dem Tod führen, tritt die administrative Haftung gemäß Artikel 89 des Gesetzes der Ukraine über Ordnungswidrigkeiten (KoAP) ein.
Eine wichtige Ergänzung zur administrativen Sanktion ist die Möglichkeit der Konfiskation des Tieres. Das Gericht kann das Haustier dem Besitzer entziehen, wenn dieser eine Gefahr für dessen Gesundheit oder Leben darstellt.
Die Situation ändert sich grundlegend, wenn das Tier körperliche Verletzungen erlitten hat, verstümmelt wurde oder gestorben ist. In diesem Fall werden die Handlungen gemäß Artikel 299 des Strafgesetzbuches der Ukraine qualifiziert.
Ein Beispiel aus der Rechtsprechung
Eines der bezeichnenden Beispiele für die Verschärfung der Praxis war der Fall Nr. 371/1068/23, der im März 2026 vom Bezirksgericht Myroniwka in der Oblast Kiew verhandelt wurde. Der Vorfall geschah durch einen Mann in alkoholisiertem Zustand, der mit einer Jagdwaffe auf einen Hund schoss.
Das Tier erlitt schwere Schusswunden und Knochenbrüche. Das Gericht sprach den Mann der Tierquälerei schuldig und verhängte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Die Verbüßung der Strafe wurde jedoch durch eine zweijährige Bewährungsstrafe ersetzt.
Aktuelle Fälle und Reaktion der Gesellschaft
Das Thema Tierschutz bleibt in der Gesellschaft ein äußerst brisantes Thema. Vor dem Hintergrund der Verschärfung der Gesetze brechen regelmäßig lautstarke Skandale aus, die die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich ziehen:
Der Skandal mit der Teilnahme der Richterin der Show "MasterChef", Olga Martynowskaja, die in einem Interview Erinnerungen daran teilte, wie sie in ihrer Kindheit Tiere quälte.
Der Vorfall in der Oblast Iwano-Frankiwsk während des Festivals "Konj Bojkowschtschyny". Strafverfolgungsbehörden untersuchen Fälle von Tierquälerei, bei denen Pferde gezwungen wurden, schwere Baumstämme zu ziehen und geschlagen wurden.
Experten appellieren an die Bürger, bei der Feststellung von Fällen von Tierquälerei nicht wegzusehen und unverzüglich die Strafverfolgungsbehörden zu kontaktieren.
Wichtig: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Rechtsberatung dar. RBC-Ukraine übernimmt keine Verantwortung für Handlungen, die auf der Grundlage dieser Informationen vorgenommen werden. Im Bedarfsfall empfehlen wir, sich an einen qualifizierten Anwalt zu wenden.