Der russische Präsident Wladimir Putin hat zum vierten Mal seit Beginn des umfassenden Krieges die Personalstärke des zentralen Apparats seiner Sicherheitsbehörde erhöht. Der entsprechende Entwurf eines Dekrets wurde auf dem russischen Portal für Rechtsvorschriften veröffentlicht und soll bereits am 1. Juli in Kraft treten.

Neue Zahlen und Aufgaben der Behörde

Laut dem Wortlaut des Dokuments wird die Höchstzahl der Soldaten und zivilen Bediensteten im zentralen Apparat des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSO) von 785 auf 812 Personen steigen. Die Hauptaufgabe dieser Behörde bleibt der persönliche Schutz des russischen Präsidenten, seiner Familienmitglieder und des Ministerpräsidenten.

Geschichte der Personalveränderungen

Bis zum Beginn der umfassenden Invasion in die Ukraine hat die russische Führung den zentralen Apparat der FSO fast 13 Jahre lang nicht erweitert. Die vorherigen Änderungen wurden noch im März 2010 vorgenommen, wonach die Personalstärke lange Zeit unverändert blieb.

Während des Krieges wurden Dekrete zur Erweiterung des zentralen Apparats der FSO ausschließlich Ende oder Anfang eines Jahres erlassen:

  • Am 31. Dezember 2022 erhöhte Putin den Personalbestand der Behörde von 725 auf 760 Personen.
  • Im Januar 2024 genehmigte der Diktator zwei Stufen der Erhöhung der Anzahl der Leibwächter: zunächst auf 775 Personen und ab dem 1. Januar 2025 auf 785 Mitarbeiter.

Kontext der Kreml-Erklärungen

Zur Erinnerung: Zuvor hatte Putin behauptet, ukrainische Soldaten seien in der Region Stary Oskol „eingeschlossen“ worden. Gleichzeitig verwechselte er in seiner Erklärung den Fluss Oskol mit der Stadt Stary Oskol, die in der russischen Oblast Belgorod liegt.

Auch Analysten des Instituts für Kriegsstudien (ISW) stellten fest, dass der Diktator bewusst einen falschen Eindruck über die Erfolge der russischen Armee erweckt und die Verluste und Misserfolge der ukrainischen Streitkräfte übertreibt. Experten zufolge versucht der Kreml auf diese Weise, die Fortsetzung des Krieges zu rechtfertigen und entsprechende Narrative aufrechtzuerhalten.