Die ukrainische Show-Branche durchläuft eine Transformationsphase, und eines der auffälligsten Beispiele dafür ist die Einführung einer neuen kreativen Richtung bei der Sängerin Oles Poljakowa. Die Künstlerin, die Millionen als Pop-Diva bekannt ist, präsentierte ein mutiges Alter Ego namens Isolda Roth – die Basis des Musikprojekts TheNogi. Dieser Schritt löste breite Resonanz aus, und besondere Aufmerksamkeit erregte ihn der Moderator Wjatscheslaw Solomka, der Poljakowa zuvor als „Königin des ukrainischen Showbusiness“ bezeichnet hatte.
Die Wahrheit, auf die alle warten
In einem Kommentar für das Magazin RBC-Ukraine LIFE reagierte Solomka emotional auf die neue Phase der Sängerin. Nach seinen Worten fehlt der Gesellschaft unter den aktuellen Bedingungen dringend Direktheit. Die Menschen befinden sich in einem Zustand innerer Anspannung, „reißen wie ein Stahlseil“ und warten darauf, wer als Erster ihre wahren Emotionen ausspricht.
„Wissen Sie, was fehlt? Wer wird den Menschen die Wahrheit sagen? Und jetzt haben die Menschen so einen Nerv. Wir warten darauf, wer endlich die Wahrheit sagt“, betonte der Moderator.
In diesem Kontext erinnerte er sich an Poljakowa. Der Moderator ist überzeugt, dass die Künstlerin in ihren neuen Arbeiten über das gewohnte Image hinausgewachsen ist und eine Sprache spricht, die mit den Stimmungen des Publikums in Resonanz gerät.
„Und da kommt Poljakowa und sagt: ‚Ihr habt mich alle genervt und geht zum Teufel‘. Das ist das, woran alle denken, aber Angst haben, es laut auszusprechen“, äußerte sich Solomka.
Der Fernsehmoderator zitierte auch einen weiteren scharfen Satz der Sängerin, der seiner Meinung nach die Müdigkeit der Menschen von ständigem Druck und Forderungen genau einfängt: „Ihr habt uns genervt. Es ist Zeit zu leben, Zeit für Liebe, Zeit zum Ausruhen“.
Von der „Prinzessin“ zur „Königin“
Trotz des provokativen Charakters der neuen Arbeiten betonte Solomka, dass er nicht enttäuscht von Poljakowa sei. Im Gegenteil, in seiner Wahrnehmung sei die Künstlerin noch stärker geworden.
„Sie ist in meinen Augen noch mehr gewachsen. Man sagt: ‚Eine Königin muss elegant sein‘. Das bedeutet, ohne Prinzessin geht es nicht. Wenn man sie umgeht, dann nur mit einem Lächeln“, fügte der Showman hinzu.
Zum Schluss betonte der Moderator, dass die Interprettin seiner Meinung nach zu den Ersten gehört, die sich entschieden haben, mit dem Publikum maximal direkt zu sprechen: „Hier ist sie noch mehr geworden, denn sie war die Erste, die herauskam und offen mit musikalischer Sprache sprach“.
Das Phänomen des Alter Egos in der Popkultur
Das Format des Alter Egos ist in der weltweiten Popkultur seit langem bekannt. Zu verschiedenen Zeiten griffen darauf Beyoncé mit dem Image Sasha Fierce, Lady Gaga als Jo Calderone, Eminem mit Slim Shady und Nicki Minaj mit dem Image Roman Zolanski zurück. Solche Bühnenrollen ermöglichen es Künstlern, über ihr gewohntes Image hinauszugehen, neue Themen anzusprechen und sich direkter an das Publikum zu wenden.
Für Poljakowa wurde TheNogi zu einem Raum ohne Grenzen. In den Songs des Projekts spricht sie darüber, was Frauen oft denken, aber nicht immer den Mut haben, laut auszusprechen. Ihr neues Genre definiert die Künstlerin als „Sternwopop“ – eine mutige, erwachsene und provokative Richtung, die nach Absicht genau den Nerv der modernen ukrainischen Frau treffen soll.
Zukunft des Projekts und internationale Ambitionen
Der Single „Ne na chasi“ wurde zum Auslöser-Song des Debütalbums von TheNogi mit demselben Namen. Die Veröffentlichung der Platte ist für den 17. Juni 2026 geplant. Sie wird zehn Tracks enthalten, die das erste vollumfängliche Statement des Projekts darstellen werden.
Parallel arbeitet Oles Poljakowa auch an englischsprachigem Material. Nach der Unterzeichnung eines Vertrags mit dem britischen Label State 51 nimmt die Künstlerin neue Songs in einem Studio in London auf und teilt den Prozess in ihrem Instagram und Blog.