Der Volksabgeordnete Nikolai Tyschenko, der des Erpressens einer beträchtlichen Geldsumme verdächtigt wird, hat eine Kaution in Höhe von 10 Millionen Hrywnja hinterlegt. Dieses Ereignis ereignete sich vor dem Hintergrund der Ermittlungen zu einem Korruptionsfall, der mit den sogenannten „Call-Centern' in Verbindung steht.

Wer hat die Kaution bezahlt und was ist über die Mittel bekannt

Die Information über die Hinterlegung der Kaution bestätigte der Anwalt des Volksabgeordneten. Laut dem Verteidiger wurden die Mittel direkt von Herrn Tyschenko und einer dritten Person eingezahlt. Der Anwalt präzisierte jedoch, dass er keine Informationen darüber hat, wer genau diese dritte Person ist, die einen Teil der Kaution finanziert hat.

Dieser Schritt ermöglicht es dem Abgeordneten vorläufig, einer Haftstrafe zu entgehen, jedoch läuft das Verfahren weiter.

Berufung gegen die Gerichtsentscheidung

Neben der Hinterlegung der Kaution bereitet sich die Verteidigung aktiv auf weitere juristische Schritte vor. Der Anwalt von Tyschenko teilte mit, dass der vollständige Text der Entscheidung des Obersten Anti-Korruptionsgerichts (HAKS) über die Haftmaßnahme erst gestern am Nachmittag erhalten wurde.

Gegenwärtig prüfen die Juristen die Unterlagen und erwägen die Einreichung einer Berufung. Die endgültige Entscheidung darüber, ob eine Beschwerde gegen die Gerichtsentscheidung eingereicht wird, ist noch nicht gefallen, jedoch sind die Fristen für diese Maßnahme bereits in Gang gesetzt.

Das Wesen der Anklage: von Erpressung bis zu Falschangaben in der Erklärung

Der Fall gegen Nikolai Tyschenko umfasst eine Reihe schwerwiegender Anklagepunkte. Nach Ansicht der Ermittlungsbehörden versuchte der Abgeordnete im August 2023, von einem Unternehmer eine Summe von mehr als 1 Million US-Dollar zu erpressen.

Den Ermittlungsmaterialien zufolge nutzte Tyschenko Drohungen, Hindernisse für die Geschäftstätigkeit zu schaffen, oder im Gegenteil, Versprechungen der Unterstützung bei der Tätigkeit illegaler Strukturen, bekannt als „Call-Center'.

Zudem wurde gegen den Abgeordneten ein Verfahren wegen der Legalisierung (Geldwäsche) von 12,6 Millionen Hrywnja eingeleitet. Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass diese Summe durch einen fingierten Schenkungsvertrag, der mit Mitteln der Exfrau abgeschlossen wurde, legalisiert wurde. Dem Abgeordneten wird zudem das Einbringen unrichtiger Angaben in die jährliche Einkommenserklärung zur Last gelegt.