Im Karibischen Raum herrscht ein beispielloser Spannungsgrad. Die kubanischen Behörden, die eine ausländische Invasion befürchten, haben mit der massenhaften Ausgabe von Waffen an die Zivilbevölkerung begonnen. Das offizielle Havanna ruft die Bürger zur Verteidigungsbereitschaft auf, während Washington die militärische Präsenz vor der Küste der Insel verstärkt.

Mobilisierung der Bevölkerung und der Plan von Castro

Die Regierung von Präsident Miguel Díaz-Canel hat den Verteidigungsplan aus der Zeit von Fidel Castro wiederbelebt. Im Rahmen der Bildung territorialer Verteidigungseinheiten wird die Zivilbevölkerung in der Taktik des Guerillakrieges geschult. Aufgrund des Mangels an modernen Waffen erhalten die Bürger sowjetische Gewehre. Militärische Reservisten und Strukturen des Zivilschutzes wurden in den Zustand höchster Alarmbereitschaft versetzt.

Der CNN-Korrespondent in Havanna, Patrick Oppmann, bestätigte, dass die Leitung staatlicher Einrichtungen bereits Schulungen mit Mitarbeitern und Mietern durchführt. Die Themen der Schulungen umfassen Logistik und den Betrieb von Gebäuden unter möglichen Kriegsbedingungen.

Ursachen der Verschärfung: Embargo und Spionage-Skandale

Die Lage in der Region verschlechterte sich im Januar 2026 drastisch. Der Auslöser war die Einführung eines harten Öl-Embargos durch die USA, das das Energiesystem Kubas lahmlegte. Die Insel sieht sich mit einer inneren Wirtschaftskrise, Nahrungsmittelknappheit und stundenlangen Stromausfällen konfrontiert.

Einen weiteren Eskalationsfaktor bildeten Datenlecks der US-Nachrichtendienste. Demnach kauft Havanna Kampfdrohnen von Russland und dem Iran und plant einen Angriff auf die US-Militärbasis in Guantánamo. Das kubanische Außenministerium wies diese Anschuldigungen zurück und bezeichnete sie als Fälschung und Vorwand für eine äußere Aggression.

Militärische Antwort Washingtons

Die USA schließen den Einsatz von Gewalt nicht aus. Außenminister Marco Rubio bewertete die Situation scharf und nannte Kuba einen „gescheiterten Staat', der eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstellt. Dabei wich er jedoch der Frage nach dem genauen Umfang der geplanten militärischen Maßnahmen aus.

Dem Nachrichtenmagazin POLITICO zufolge konzentriert das Pentagon seit mehreren Monaten Kräfte in der Region. An die Küste Kubas wurde eine Flugzeugträgerkampfgruppe unter Führung des Atomflugzeugträgers USS Nimitz sowie Landungsschiffe mit Marineinfanterie-Einheiten entsandt. Das Weiße Haus erwägt Szenarien von gezielten Raketenangriffen bis hin zu einer gewaltsamen Regimewechsel.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lagen keine offiziellen Kommentare des US-Verteidigungsministeriums und des Nationalen Sicherheitsrats bezüglich des Zeitplans für eine mögliche Operation vor.