In der Rhetorik des offiziellen Sprechers des Kremls, Dmitri Peskow, wurde eine signifikante Veränderung festgestellt, die weitreichende Folgen für die Innenpolitik Russlands haben könnte. Laut Informationen des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat (SNBO) verwendet der Kreml-Sprecher zunehmend den Begriff „Krieg auf ganzer Linie“ und verzichtet auf die gewohnte Bezeichnung „Spezielle Militäroperation“.

Informationelle Vorbereitung der Gesellschaft

Der Leiter des Zentrums, Andrei Kowalenko, weist darauf hin, dass Peskow offen erklärt: Die Ereignisse, die als SMO begannen, haben sich zu einem vollwertigen Krieg entwickelt. Der Experte ist der Ansicht, dass dies keine zufällige Änderung der Terminologie ist, sondern Teil einer durchdachten Strategie. Nach Kowalenkos Einschätzung bereitet Moskau den Informationshintergrund für die Annahme radikaler Entscheidungen vor, insbesondere für eine neue Welle der Mobilisierung, die im Herbst durchgeführt werden könnte.

Einschränkungen und Ratschläge für Bürger

Falls das Szenario einer Mobilisierung umgesetzt wird, könnten die Behörden zusätzliche restriktive Maßnahmen einführen, einschließlich eines Verbots für Bürger, das Land zu verlassen. Basierend auf dieser Einschätzung gab Kowalenko Russen, die nicht an der Front landen wollen, einen direkten Rat: Sie sollten das Gebiet der Russischen Föderation so schnell wie möglich verlassen.

„Daher ist es für Russen wünschenswert, bereits jetzt zu beginnen, das Land zu verlassen, da ein russischer Soldat an der Front nur zwischen 15 und 30 Minuten lebt“, betonte der Experte und lenkte die Aufmerksamkeit auf die hohe Sterblichkeitsrate in der Frontzone.

Das Problem mit dem Personal

Die Notwendigkeit einer Änderung der Taktik wird auch durch andere Quellen bestätigt. Die unabhängige russische Publikation „Wichtige Geschichten“ berichtet, dass der Zustrom von Freiwilligen in die Armee abnimmt. In diesem Zusammenhang erwägt der Kreml verschiedene Optionen zur Auffüllung der Reihen, darunter die Durchführung einer Mobilisierung unmittelbar nach den Herbstwahlen zur Staatsduma.

Zuvor hatte Kowalenko gewarnt, dass selbst die Ankündigung einer neuen Mobilisierung es Russland nur ermöglichen würde, die Verluste an der Front teilweise zu kompensieren. Derweil erklärte Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte Alexander Syrskyj, dass das ukrainische Kommando alle möglichen Szenarien der Feindhandlungen berücksichtigt und auf jede Entwicklung der Ereignisse vorbereitet ist.