Die Suche nach feindlichen Signal-Repeatern auf den Dächern und Balkonen Kiews ist aus Sicht der Radiophysik und Militärtechnik eine Illusion, die von realen Bedrohungen ablenkt. Der eigentliche Hebel des Gegners konzentriert sich auf Basisstationen in Belarus und luftgestützte Repeater vom Typ „Gerbera“, die eine stabile Kommunikation für unbemannte Luftfahrzeuge gewährleisten.
Technische Unmöglichkeit der Strahlungsmaskierung in einer Großstadt
Dem Luftfahrtexperten Anatolij Chraptschynskyj zufolge ist es technisch unmöglich, einen aktiven Funksender in einer Metropole zu verstecken, der in der Lage ist, den Kontakt zu einer Drohne in der Luft aufrechtzuerhalten. Dies liegt daran, dass jedes derartige Gerät Funkwellen aussendet und zwangsläufig „im Äther leuchtet“. In der Ukraine existiert eines der fortschrittlichsten Frequenzüberwachungssysteme, und Fachleute verfügen über die notwendigen stationären Funkpeiler und mobilen Funküberwachungskomplexe, um die Quelle innerhalb weniger Minuten zu lokalisieren.
Widersprüchliche Daten
Gleichzeitig gibt es in Fachexpertenkreisen unterschiedliche Einschätzungen zur Kommunikationsinfrastruktur für Drohnen. Zuvor hatte der Berater des Präsidenten Serhij „Flash“ Beskrestnow vermutet, dass in Kiew selbst versteckte russische Mesh-Repeater in Betrieb sein könnten, die Schajed-Drohnen einen kurzfristigen Kommunikationskanal zur Zielkorrektur bieten. Seiner Version nach könnte es sich um ein bis drei solcher Geräte handeln, die schwer zu entdecken seien, während Chraptschynskyj auf der völligen technischen Untauglichkeit solcher lokalen Verstecke unter den Bedingungen der strengen Funküberwachung der Hauptstadt beharrt.
Die Rolle der belarussischen Infrastruktur und luftgestützter Repeater
Die reale systemische Gefahr sehen Experten entlang der ukrainisch-belarussischen Grenze, wo auf Hochmasten in Hden, Choiniki und Machnowitschi Basisstationen stationiert sind, die in nicht standardmäßigen Zentimeter-Mesh-Frequenzbereichen arbeiten. Diese souveränen digitalen Funknetze richten gerichtete Antennen auf die Ukraine aus. Das Hauptbindeglied in dieser Kette sind hochfliegende luftgestützte Repeater – Drohnen vom Typ „Gerbera“, die in Höhen von bis zu zwei Kilometern kreisen, um direkte Sichtverbindung zu halten und digitale Befehle zu übertragen.
Sicherheitsperspektiven und die Clean Network Initiative
Ein historischer Schwachpunkt war, dass ein erheblicher Teil der Mobilfunknetzausrüstung auf chinesischen Anbietern wie Huawei und ZTE basierte, deren Standard-Mobilfunk theoretisch zur Telemetrieübertragung genutzt werden könnte. Dennoch hat sich die Ukraine der globalen Initiative „Clean Network“ angeschlossen und chinesische Systeme aus dem Sicherheitsperimeter neuer 5G-Netze ausgeschlossen. Strategische Aktualisierungen des Kernnetzes basieren nun auf Ausrüstung europäischer Marktführer – dem schwedischen Unternehmen Ericsson und der finnischen Nokia, wodurch Risiken minimiert werden.