Fast jeder Waschmaschinenbesitzer hat schon einmal Pulver in die „falsche“ Kammer gefüllt — der Waschgang lief zwar durch, aber das Ergebnis war schlechter als erwartet. Das Problem liegt nicht darin, dass die Maschine kaputt ist: Das Waschmittel gelangte einfach zum falschen Zeitpunkt des Zyklus in die Trommel. Die Hersteller Bosch, Samsung, LG und Electrolux betonen übereinstimmend: Die Schublade mit drei Fächern ist kein dreifacher Einheitsbehälter, sondern ein System aus drei Dosierpunkten, die an bestimmte Waschphasen gekoppelt sind. Diese zu durchblicken ist einfacher als gedacht, wenn man sich an die Kennzeichnungen hält und nicht an die Gewohnheit, „alles in die Mitte zu schütten“.
Was römische Ziffern und das Blumensymbol bedeuten
Bei den meisten Modellen mit manueller Dosierung ist die Schublade in drei Abschnitte unterteilt. Fach I ist für die Vorwäsche gedacht — eine zusätzliche Phase, die bei stark verschmutzter Wäsche zugeschaltet wird. Wenn kein Vorwaschprogramm aktiviert ist, muss dieses Fach leer bleiben: Das darin befindliche Mittel wird schlicht nicht eingespült. Fach II ist das Hauptfach: Hier hinein kommt Pulver oder Gel für die Hauptwäsche, und genau dieses Fach wird bei der überwiegenden Mehrheit der Programme angesteuert. Das dritte Fach, gekennzeichnet mit einem Blumensymbol, ist für Weichspüler oder Pflegespüler reserviert. Wichtig: Die Anordnung der Fächer von links nach rechts kann je nach Modell variieren, weshalb die Kennzeichnung der maßgebliche Orientierungspunkt ist und nicht die „gewohnte“ Seite.
Pulver, Gel und Flüssigmittel: Die konstruktiven Nuancen
Man könnte meinen, Gel und Pulver seien dasselbe, nur in unterschiedlicher Form. In der Praxis berücksichtigt die Konstruktion der Schublade diesen Umstand jedoch. Samsung empfiehlt beispielsweise bei Modellen mit einem herausnehmbaren Einsatz für Flüssigwaschmittel, das Gel genau in diesen Einsatz zu füllen, während man bei Pulver den Einsatz herausnimmt und das Mittel direkt in Fach II gibt. Die Position der Klappe oder die Art des Einsatzes kann variieren, daher sollte man vor der ersten Ladung einen Blick in die Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts werfen. Gel und Weichspüler sollten nicht in dasselbe Fach gegeben werden: Jedes Mittel hat seinen eigenen Einspülpunkt und seine eigene Wirkphase.
Kapseln und Weichspüler: Die am häufigsten gemachten Fehler
Kapseln sind ein eigenes Kapitel. Bei Geräten, in denen ihre Verwendung zulässig ist, empfehlen die Hersteller, die Kapsel direkt vor dem Einfüllen der Wäsche in die Trommel zu legen und nicht in die Einspülschale. Das liegt daran, dass sich die Kapsel bei einer bestimmten Wassertemperatur und einem bestimmten Wasservolumen auflösen muss, die nur in der Trommel gewährleistet sind. Beim Weichspüler lautet ein anderer häufiger Fehler: Überfüllen über die MAX-Markierung hinaus. LG weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Überschreiten des Höchststands zum Überlaufen in das benachbarte Waschmittelfach führen kann. Dabei ist MAX die Obergrenze und keine Pflichtdosis für jeden Waschgang. Die exakte Menge an Weichspüler bestimmt die Dosierempfehlung auf der Verpackung unter Berücksichtigung von Beladungsmenge und Verschmutzungsgrad.
Automatische Dosierung: Wenn das Schema „I und II“ nicht mehr greift
Bei modernen Maschinen mit einem Autosdosiersystem (zum Beispiel Electrolux AutoDose) ist die Schublade anders aufgebaut: Es gibt Tanks, aus denen sich die Maschine selbst bedient, sowie separate Fächer für die manuelle Dosierung. Hier greift das klassische Schema „Pulver in II, Weichspüler in die Blume“ nicht immer. Ein kritischer Punkt, auf den Electrolux hinweist: Wenn man AutoDose nicht deaktiviert, kann die Maschine das Waschmittel gleichzeitig aus dem Tank und aus dem manuellen Fach abgeben, was zu einer doppelten Dosis führt. Vor dem Start eines Waschgangs mit manueller Zugabe müssen daher die Einstellungen überprüft und gegebenenfalls die automatische Zufuhr abgeschaltet werden.
Wie viel Waschmittel ist genug: Es gibt keine Universaldosis
Der Hersteller Ariel betont: Es gibt keine einheitliche „Universaldosis“ an Pulver oder Gel für alle Waschgänge. Die Menge wird durch drei Faktoren bestimmt — den Verschmutzungsgrad, die Wasserhärte und die Beladungsmenge. Maßstab sind die Angaben auf der Verpackung des jeweiligen Produkts und nicht die gewohnte „eine Kappe“: Die Konzentration von Gels und die empfohlene Menge variieren je nach Marke. Selbst bei der Nutzung der automatischen Dosierung kann nach einem Produktwechsel eine Anpassung der Grundeinstellungen erforderlich sein — in diesem Fall sollte die Dosierung auf der Packung mit den im Gerätemenü hinterlegten Parametern abgeglichen werden. Die Einhaltung dieser einfachen Regeln kostet keinen Cent zusätzlich, sorgt aber dafür, dass die Wäsche genau das Reinigungsergebnis erzielt, für das das Mittel gekauft wurde.