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title: "Verbot an der Grenze: In Russland werden massenhafte Fälle registriert, in denen Wehrpflichtige nicht aus dem Land gelassen werden"
description: "Menschenrechtler haben 73 Fälle festgehalten, in denen Wehrpflichtige in Russland auf ein Ausreiseverbot stießen und davon erst bei der Grenzkontrolle erfuhren. Experten verbinden dies mit einer möglichen Vorbereitung auf eine neue Mobilmachung."
date: 2026-09-04T01:20:08.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/wehrpflichtige-in-russland-nicht-aus-dem-land-gelassen
tags: [russia, mobilization, border-control, draft-eligibility, human-rights, russian-army]
publisher: "XAB.info"
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# Verbot an der Grenze: In Russland werden massenhafte Fälle registriert, in denen Wehrpflichtige nicht aus dem Land gelassen werden

![Rekrutierungsstand der russischen Armee an einer Metro-Station: Rekrutierer hinter einem Tisch mit dem Slogan „Unser Beruf ist es, das Vaterland zu schützen“ vor dem Hintergrund von Ausreiseverboten für Einberufene](https://xab.info/media/2026/09/04/prizovnikov-v-rf-ne-vypuskayut-iz-strany/prizovnikov-v-rf-ne-vypuskayut-iz-strany-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Innerhalb von zwei Wochen haben die Menschenrechtler von „Geh durch den Wald“ 73 Anfragen von Wehrpflichtigen registriert, die versuchten, die Grenze Russlands zu überschreiten; 50 reisten aus, 23 erhielten eine Verweigerung.
- In einer Reihe von Fällen wurde das Ausreiseverbot dem Antragsteller erst im Moment der Grenzkontrolle bekannt, trotz fehlender Einberufungsbefehle oder einer zuvor sauberen Registerauskunft.
- Es wurden Fälle festgehalten, in denen das Verbot nach der Aufhebung durch das Militärkommissariat weiterhin im System der Grenzbeamten angezeigt wurde.
- Kontext – Gerüchte über eine neue Mobilmachung nach den Septemberwahlen zur Staatsduma und Einschätzungen westlicher Analysten (ISW, CSIS) über hohe Verluste; die Mobilmachung ist offiziell nicht bestätigt.

Russische Bürger wehrpflichtigen Alters stoßen immer häufiger auf die Unmöglichkeit, das Land zu verlassen, wobei sie in einigen Fällen erst im Moment der Grenzkontrolle von der Einschränkung erfahren. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf Daten der The Moscow Times und der Menschenrechtsorganisation „Geh durch den Wald“ (Idite lesom). Laut Vertretern der Organisation erreichen sie Anfragen von Menschen, die zuvor nichts von einem Ausreiseverbot wussten und erst dann davon erfahren, wenn die Grenzbeamten ihnen die Grenzüberquerung verweigern.

### Umfang des Problems: 73 Anfragen in zwei Wochen

Laut den Menschenrechtlern von „Geh durch den Wald“ wandten sich in den letzten zwei Wochen 73 Personen wehrpflichtigen Alters an die Organisation, die versuchten, die russische Grenze zu überschreiten. Von diesen konnten 50 das Land verlassen, während 23 eine Verweigerung erhielten. In einigen Fällen, so die Angaben der Antragsteller, entstand das Ausreiseverbot unmittelbar während der Grenzkontrolle, d. h. bis zu diesem Moment waren die Menschen der Ansicht, dass sie keine Einschränkungen hatten.

### Verbot „an der Grenze“: konkrete Fälle

Unter den festgestellten Episoden ist der Fall eines Mannes, der mehrere Jahre mit einer Niederlassungserlaubnis in Indonesien lebte: Er kam nur für zwei Wochen nach Russland, konnte aber nicht zurückkehren, da in der Registerauskunft bereits ein Ausreiseverbot vermerkt war. Ein weiterer Antragsteller behauptet, dass er keinerlei Einberufungsbefehle erhalten habe, jedoch nicht aus dem Moskauer Flughafen herausgelassen wurde, und von der Existenz der Einschränkung erst bei der Grenzkontrolle erfuhr. Ein weiterer Wehrpflichtiger überprüfte vor dem Flug Moskau – Jerewan das Register und sah kein Verbot, aber an der Grenze wurde ihm die Einschränkung mitgeteilt; einige Minuten nach der Verweigerung zeigte eine erneute Überprüfung, dass das Verbot bereits im System eingetragen war. Ein separater Fall betrifft einen Einwohner von Nowosibirsk, der erst nach seiner Nichtfreigabe am Flughafen von der Existenz eines Einberufungsbefehls erfuhr.

### Systemausfall oder systematischer Mechanismus

Besondere Aufmerksamkeit schenken die Menschenrechtler nicht nur der Einführung von Einschränkungen, sondern auch der Geschwindigkeit, mit der diese in den grenzpolizeilichen Datenbanken aktualisiert werden. Im Nowosibirsker Fall, so die Angabe des Antragstellers, hob das Militärkommissariat die Einschränkung auf, doch bereits zwei Tage später wurde der Mann wieder nicht aus dem Land gelassen – das Verbot, so behauptet er, wurde weiterhin im System der Grenzbeamten angezeigt. Dies deutet auf eine mögliche technische oder organisatorische Unstimmigkeit zwischen den Daten der Militärkommissariate und des Grenzschutzes hin.

### Hintergrund: Gespenster einer neuen Mobilmachung

Die Lage mit den Ausreiseverboten entwickelt sich vor dem Hintergrund von Gerüchten über eine mögliche neue Mobilmachung in Russland nach den Septemberwahlen zur Staatsduma. Analysten des US-amerikanischen Instituts für Kriegsstudien (ISW) hatten zuvor auf die Vorbereitung Russlands auf eine neue Mobilmachung hingewiesen; ein ähnliches Szenario schlossen auch Vertreter westlicher Geheimdienste sowie einige europäische Beamte in Gesprächen mit der The Washington Post nicht aus. Laut Quellen der Zeitung könnte der Kreml angesichts der erheblichen Verluste der russischen Armee an der Front eine Mobilmachung in Betracht ziehen. Nach Schätzung des Zentrums für strategische und internationale Studien (CSIS) haben die russischen Truppen in der Ukraine mindestens 1,4 Millionen Menschen verloren, einschließlich Getöteter und Schwerverwundeter, die nicht mehr in den Dienst zurückkehren können. Zuvor berichtete RBC-Ukraine, dass sich an der Grenze zu Georgien rekordhohe Schlangen bilden, die an den Herbst 2022 erinnern, und dass aus 17 Regionen Russlands Beschwerden über gewaltsame Festnahmen und die Zwangsdurchsetzung von Vertragsunterschriften mit dem Verteidigungsministerium eingegangen waren.

### Widersprüchliche Daten

Wichtig ist, bestätigte Fakten und spekulativen Kontext zu trennen. Die konkreten Fälle von Ausreiseverweigerungen und die Daten der Organisation „Geh durch den Wald“ (73 Anfragen, 50 Ausgereiste, 23 Verweigerte) sind dokumentiert und wurden über die Kette The Moscow Times – RBC-Ukraine weitergegeben. Gleichzeitig ist die neue Mobilmachung selbst vom Kreml nicht offiziell bestätigt und bleibt auf dem Niveau von Gerüchten und Einschätzungen westlicher Analysten. Die Zahl von 1,4 Millionen Verlusten ist eine Schätzung eines Forschungszentrums (CSIS) und wird nicht durch unabhängige Querverifizierung gestützt; russische offizielle Stellen veröffentlichen keine öffentlichen Daten zu den Verlusten. Somit ist der Fakt der Ausreiseeinschränkungen für Wehrpflichtige dokumentiert, während Umfang und Ursachen (Vorbereitung auf eine Mobilmachung) Gegenstand von Einschätzungen bleiben und von staatlicher Seite nicht bestätigt sind.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Wehrpflichtige werden in Russland auch ohne erhaltene Einberufungsbefehle nicht aus dem Land gelassen, – Medien](https://www.rbc.ua/ukr/news/prizovnikiv-rf-vipuskayut-krayini-navit-otrimanih-1788484402.html) - РБК-Украина со ссылкой на The Moscow Times и правозащитную организацию «Идите лесом» подтверждает 73 обращения за две недели (50 выехавших, 23 отказанных) и конкретные эпизоды отказов на пограничном контроле. Контекст о новой мобилизации и оценка потерь CSIS (1,4 млн) переданы как слухи/оценки, официально не подтверждены Кремлём.

## ❓ FAQ

### Q: Wie viele Fälle von Ausreiseverweigerungen haben die Menschenrechtler festgehalten?
**A:** Laut Daten der Organisation „Geh durch den Wald“ wandten sich innerhalb von zwei Wochen 73 Wehrpflichtige an sie, die versuchten, die Grenze zu überschreiten: 50 konnten ausreisen, 23 erhielten eine Verweigerung.

### Q: Erkannten die Menschen das Verbot im Voraus?
**A:** In einigen Fällen, so die Angaben der Antragsteller, nein: Das Verbot wurde unmittelbar bei der Grenzkontrolle festgestellt, selbst wenn die Registerauskunft zuvor sauber war oder keine Einberufungsbefehle eingegangen waren.

### Q: Ist die neue Mobilmachung offiziell bestätigt?
**A:** Nein. Die Mobilmachung bleibt auf dem Niveau von Gerüchten und Einschätzungen westlicher Analysten (ISW, CSIS, Geheimdienste); der Kreml hat sie offiziell nicht bestätigt, und die Zahl der Verluste von 1,4 Millionen ist eine Schätzung eines Forschungszentrums.