Im August 2026 gab die Administration von US-Präsident Donald Trump alarmierende Daten zum Zustand des internationalen Handels bekannt. Laut offiziellen Erklärungen nutzen chinesische Exporteure in großem Umfang komplexe Transit-Schemata über Drittländer, um die von Washington eingeführten strengen Tarifbeschränkungen zu umgehen. Das Weiße Haus behauptet, dass diese Praxis zu enormen Verlusten im Bundeshaushalt führt, und schätzt das Volumen der „umgehenden“ Waren auf 75 Milliarden Dollar.

Mechanismus der Umgehung: Vietnam, Mexiko und minimale Verarbeitung

Das Kernproblem besteht darin, dass hohe Zölle auf chinesische Waren die Suche nach Schlupflöchern im Handelssystem anregen. Wie die Washington Post unter Berufung auf einen Bericht des Weißen Hauses meldet, senden chinesische Hersteller ihre Produkte nicht direkt in die USA, sondern in Länder mit weicheren Bedingungen – insbesondere nach Vietnam, Mexiko oder Indonesien. Dort werden die Waren minimal verarbeitet oder einfach umverpackt, erhalten neue Ursprungszertifikate und werden in die Vereinigten Staaten bereits als „vietnamesische“ oder „mexikanische“ Produkte geschickt. Dies ermöglicht es ihnen, die „Zollmauer“ mit minimalen Kosten zu passieren.

Haushaltsverluste und Gegenmaßnahmen

Der Handelsberater des Weißen Hauses, Peter Navarro, bezeichnete die Aktionen Peking als „extrem komplexes Maßnahmenpaket', das auf die Weiterleitung von Waren abzielt. Nach seinen Worten nutzt China diese Schemata, um systematisch Zölle zu vermeiden, was der amerikanischen Wirtschaft schadet. Infolge solcher Manipulationen verlieren die USA „Dutzende Milliarden Dollar' an potenziellen Einnahmen für die Staatskasse. Als Reaktion darauf hat die Trump-Administration aktiv an der Einführung eines auf künstlicher Intelligenz basierenden Systems gearbeitet, das Fracht automatisch überprüfen und verdächtige logistische Ketten identifizieren soll.

Widersprüchliche Daten

Obwohl das Weiße Haus auf dem Ausmaß des Problems besteht, weisen Experten auf Schwierigkeiten bei der genauen Unterscheidung zwischen legaler und illegaler Tätigkeit hin. Im Bericht wird eingeräumt, dass es äußerst schwierig ist, legale Umladungen von Waren (wenn die Fracht im Rahmen einer normalen Logistik tatsächlich von einem Schiff auf ein anderes verlegt wird) von Aktionen zur Tarifumgehung zu unterscheiden. Kritiker weisen auch darauf hin, dass die Zahl von 75 Milliarden Dollar Waren umfassen könnte, die tatsächlich in Drittländern verarbeitet wurden und ein rechtmäßiges Recht auf Zollsenkungen haben, die jedoch von der Trump-Administration als Teil einer Umgehungsschemata klassifiziert werden.

Neue Beschränkungen und Handelsbedrohungen

Im Kampf gegen die Tarifumgehung verschärft die Administration weiterhin ihre Handelspolitik. Bereits eine Woche zuvor unterzeichnete Präsident Trump eine Verordnung zur Einführung neuer Beschränkungen für die Einfuhr von Polysilizium und verwandter Produkte, um die Abhängigkeit der USA von China in kritischen Lieferketten zu verringern. Darüber hinaus wurden Ende Juli 2026 neue Handelsreibungserscheinungen registriert: Trump hat die Druckpolitik gegenüber Brasilien wieder aufgenommen und Drohungen gegen Kanada und die Europäische Union geäußert, was auf den globalen Charakter des von Washington entfesselten Handelskriegs hinweist.