Am 3. November wurden mindestens vier Passagierflüge in Europa Ziel von Bombendrohungen — nur einen Tag nach einem ähnlichen Vorfall mit der Umleitung einer Wizz-Air-Maschine. Berichten von TPO zufolge erstreckten sich die Vorfälle über Polen, Bulgarien und Spanien und führten zu Routenänderungen mehrerer Maschinen sowie zur vorübergehenden Schließung eines Warschauer Flughafens. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sind alle Überprüfungen ohne den Fund von Sprengsätzen abgeschlossen worden, Behörden betonen jedoch, dass ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen bislang nicht hergestellt wurde.

LOT-Flug aus London nach Modlin umgeleitet

Der auffälligste Vorfall betraf eine Maschine der polnischen Fluggesellschaft LOT, die einen Flug von London zum Chopin-Flughafen in Warschau durchführte. An Bord befanden sich 181 Passagiere. Nach Eingang der Bombendrohung wurde das Flugzeug zum nahegelegenen Flughafen Modlin umgeleitet, der während der Überprüfung der Maschine vorübergehend geschlossen wurde. Nach Abschluss der Kontrolle wurden keine verdächtigen Gegenstände gefunden, und der Flughafen nahm den regulären Betrieb wieder auf. Die dem Artikel beigefügte Aufnahme zeigt genau die LOT-Maschine auf nasser Landebahn — mit dem charakteristischen blauen Streifen am Rumpf und dem Logo der Fluggesellschaft am vorderen Rumpfteil.

Kontrollen in Warschau, Sofia und Murcia

Parallel dazu landete ein planmäßiger SAS-Flug aus Kopenhagen am Chopin-Flughafen, für den ebenfalls eine Drohung eingegangen war. Flughafenvertreter teilten mit, dass keine verdächtigen Gegenstände gefunden wurden und der Terminalbetrieb normal weiterging. In Sofia wurde eine aus Israel eingetroffene Maschine nach einer Drohung per E-Mail zur Inspektion geschickt: Der Generalsekretär des bulgarischen Innenministeriums, Ljubomir Nikolow, erklärte, Antiterror-Einheiten würden das Flugzeug auf Sprengsätze untersuchen. Im spanischen Murcia wurden mehrere Bereiche des Flughafens nach einer Drohung an Bord eines Ryanair-Fluges aus Manchester abgeriegelt. Wie der Vertreter der spanischen Regierung in Murcia, Francisco Lucas, mitteilte, verließen alle 114 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder das Flugzeug und unterzogen sich Sicherheitsüberprüfungen, während das Flugzeug selbst gründlich durchsucht wurde. Später stuften offizielle Stellen die Meldung als falsche Drohung ein: Es wurden keine Sprengstoffe gefunden, der Flughafen kehrte zum regulären Betrieb zurück.

Hintergrund: Umleitung von Wizz Air am 2. November

Die Episode vom 3. November war eine Fortsetzung des Vorfalls vom Vortag. Am 2. November war ein Wizz-Air-Flug auf der Strecke London — Sofia nach einer Bombendrohung zum Flughafen Budapest umgeleitet worden, wie der ungarische Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky (in Quellen als Romulusz Ruszin-Szendi genannt) auf seiner Social-Media-Seite mitteilte. Die Wiederholung solcher Szenen in verschiedenen Ländern innerhalb von 48 Stunden deutet nach Einschätzung von Beobachtern darauf hin, dass die Drohungen serienmäßigen Charakter haben könnten, offizielle Bestätigungen dieser Version fehlen jedoch bislang.

Kontext: Proteste und Cyberangriffe in Europa

Die Welle von Luftfahrtdrohungen entfaltet sich vor dem Hintergrund einer angespannten Sicherheitslage in mehreren europäischen Ländern. In Frankreich, Deutschland und Italien finden Massenproteste statt, die zeitweise in Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften ausarten und die Behörden zum Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas zwingen. Gleichzeitig wurden auf dem gesamten Kontinent, von Schweden bis Belgien, Cyberangriffe auf Supermarktketten verzeichnet, die auf Kühl- und Gefrieranlagen von Verkaufsstellen abzielten und die Geschäfte dazu zwangen, verdorbene Lebensmittel zu entsorgen. Das Zusammentreffen dieser Faktoren schafft eine Atmosphäre erhöhter Wachsamkeit, in der selbst falsche Drohungen erhebliche Betriebsstörungen an Flughäfen verursachen können.

Zusammenhang der Vorfälle nicht festgestellt

Derzeit ist unklar, ob die vier Vorfälle vom 3. November und die Episode mit Wizz Air vom 2. November miteinander verbunden sind. Die Behörden der betroffenen Länder — Polen, Bulgarien und Spanien — führen die Überprüfungen eigenständig durch, und eine einheitliche koordinierende Erklärung zu Ermittlungen auf EU-Ebene liegt in den bereitgestellten Materialien nicht vor. Alle registrierten Drohungen erwiesen sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als falsch, es wurde kein Sprengsatz gefunden, und die Flughäfen kehrten nach den Inspektionen zum regulären Betrieb zurück.