Das ukrainische Eishockey-Nationalteam steht vor umfassenden personellen Umstrukturierungen. Der Abgang des Trainerduos Dmitri Hrytschych und Oleh Schafarenko wurde offiziell bestätigt, da die Führung des Ukrainischen Eishockeyverbands (FUH) keine Einigung über eine Vertragsverlängerung erzielen konnte. Im Mittelpunkt steht nun die Suche nach einem neuen Cheftrainer, der die Entwicklung der Nationalmannschaft fortsetzen kann.
Warum ist das aktuelle Trainerstab gegangen?
Grund für die Trennung waren Meinungsverschiedenheiten in finanziellen Fragen. Nach der erfolgreichen Rückkehr des Teams in die Elite-Division der Weltmeisterschaft hatten die Experten eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen erwartet, doch ein Kompromiss wurde nicht erzielt. Laut Quellen, die der Führung des FUH nahe stehen, scheiterten die Verhandlungen über eine neue Vereinbarung genau wegen finanzieller Differenzen.
Trotz des Abgangs wurde die Arbeit von Hrytschych und Schafarenko mit bedeutenden Erfolgen gewürdigt. Unter ihrer Führung kehrte Ukraine erstmals seit sieben Jahren in die Division IA zurück und errang bei der WM 2024 in der Division IB fünf Siege in Folge mit einem Torverhältnis von 31:2. Beim nächsten Turnier behielt das Team seinen Platz in der höchsten Division und belegte den vierten Platz. Zudem schaffte die Nationalmannschaft im Februar 2024 erfolgreich den dritten Qualifikationsrunden für die Olympischen Spiele 2026 und belegte den ersten Platz in ihrer Gruppe.
Wer könnte der neue Cheftrainer werden?
Der FUH hat bereits mit der Zusammenstellung eines neuen Trainerstabes begonnen. Als mögliche Kandidaten werden mehrere Namen genannt, von denen jeder seine eigenen Vor- und Nachteile hat.
- Wadym Schachrajtschuk — ehemaliger Trainer der ukrainischen Nationalmannschaft (2021–2023). Eine Rückkehr ist möglich, wird jedoch als unwahrscheinlich eingeschätzt.
- Alexander Bobkin — aktueller Trainer der U-18-Nationalmannschaft. Seine Erfahrung mit der Jugend ist ein Pluspunkt, doch er leitet auch die Jugendmannschaft des slowakischen Vereins „Trnava“, was logistische Schwierigkeiten schafft.
- Ein lettischer Spezialist — der Name wird noch nicht genannt, aber er verfügt über Erfahrung mit einer Nationalmannschaft. Dies könnte ein wichtiger Faktor bei der Auswahl sein.
- Alexander Godynjuk — Scout des NHL-Clubs „Vegas Golden Knights“. Die Kombination beider Positionen ist eine schwierige Aufgabe, doch der FUH glaubt, dass dies geregelt werden kann.
- Ein ausländischer Trainer — die Möglichkeit, einen im Ausland tätigen Spezialisten zu engagieren, wird erwogen, doch die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios wird als gering eingeschätzt.
Was kommt als Nächstes?
Bislang wurde keine endgültige Entscheidung getroffen, doch der Prozess der Suche nach einem neuen Trainer hat bereits begonnen. Wichtig ist, dass der neue Trainer die Dynamik der Entwicklung des Teams bewahren und den Weg zu hohen Zielen fortsetzen kann – einschließlich der Teilnahme an den Olympischen Spielen und der Stärkung der Positionen in der Elite-Division der Weltmeisterschaft.
Zur Erinnerung: Zuvor wurde über die Einberufung des ukrainischen Nationaltorwarts Eduard Sachartschenko in die Reihen der Streitkräfte der Ukraine berichtet. Dieses Ereignis wurde ebenfalls Teil des allgemeinen Kontexts der Veränderungen im ukrainischen Eishockey.