Russische Propagandisten haben einen neuen Weg gefunden, die öffentliche Meinung zu manipulieren, indem sie sogar die eigenen Fotos gegen die Ukraine verwenden. Der Sprecher der Luftstreitkräfte der Ukraine, Jurij Ignat, warnte davor, wie Veröffentlichungen von Bürgern in sozialen Medien zu gefälschten Nachrichten führen, wonach die ukrainische Armee angeblich Kiew selbst beschossen habe.
Die Mechanik der Fälschung: Von Trümmern bis zur Lüge
In der Nacht zum 15. Juni führte Russland einen massiven Angriff gegen die Ukraine durch, wobei Kiew das Hauptziel war. Während des Angriffs wurden historische Objekte beschädigt, darunter die Dormitionskathedrale der Kiewer Höhlenklosters. Das ukrainische Luftabwehrsystem, insbesondere die Patriot-Systeme, wies den Angriff aktiv ab und schoss ballistische Raketen sowie Angriffsdrohnen ab.
Nach dem Angriff begannen Einwohner der Hauptstadt, Fotos von Trümmern in sozialen Medien zu veröffentlichen. Viele nahmen Fragmente von Patriot-Raketen auf, die wahrscheinlich russische Hyperschallraketen des Typs „Zirkon“ abgeschossen hatten. Die Menschen, die sich nicht mit den technischen Details und der Herkunft der Trümmer auskannten, stellten die Fotos öffentlich ins Netz.
Diese Aufnahmen wurden sofort von feindlichen Telegram-Kanälen aufgegriffen. Russische Propagandisten begannen, Bilder von Teilen der Patriot-Raketen zu verbreiten und behaupteten, dass die ukrainische Luftabwehr das Kiewer Höhlenkloster beschossen habe. Auf diese Weise wurden echte Beweise für die Funktionsweise der ukrainischen Verteidigung in „Beweise“ für einen Selbstbeschuss umgedeutet.
Warnung des Kommandos
Jurij Ignat betonte die Gefährlichkeit einer solchen Praxis. Er rief die Bürger auf, keine Fotos von Trümmern beliebiger Raketen in sozialen Medien zu veröffentlichen, unabhängig von deren Herkunft. Laut dem Sprecher nutzt der Feind jeden ukrainischen Inhalt, um seine eigenen Narrative zu fördern.
„Eine weitere Lüge darüber, dass wir uns selbst beschossen haben!“, kommentierte Ignat und zeigte Screenshots aus feindlichen Kanälen, in denen Fotos von Patriot-Trümmern als Beweis für ukrainische Aggression dargestellt wurden.
Die Realität des Angriffs auf das Kloster
Tatsachen am Tatort widerlegen die Version eines Selbstbeschusses. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass die Besatzer gezielt den Bereich des Kiewer Höhlenklosters und des „Kunstarsenals“ angegriffen hätten. Für den Angriff wurden Drohnen vom Typ „Geran-2“ eingesetzt.
Am Ort des Einschlags in die Stefanowskapelle der Dormitionskathedrale wurden Fragmente des Rumpfes und des Motors einer feindlichen Drohne gefunden. Oberhaupt der Ukrainischen Orthodoxen Kirche, Metropolit Epiphanius, reagierte emotional auf den Angriff und verurteilte den Schlag gegen eine der wichtigsten christlichen Heiligtümer des Landes.