Nach einem Spaziergang im Regen bleiben an den Schultern und Bündchen einer Jacke dunkle, nase Flecken zurück, obwohl die Kleidung darunter trocken bleibt. In den meisten Fällen liegt das Problem nicht an der Membran, sondern an der äußeren wasserabweisenden Imprägnierung — DWR (Durable Water Repellent). Durch Reibung, Waschen und den täglichen Gebrauch nutzt sich diese Schicht allmählich ab, besonders an den Kontaktstellen von Rucksackriemen und an den Ärmelbündchen. Die gute Nachricht: Meistens reicht es aus, die Jacke richtig zu waschen und neu zu imprägnieren, damit das Wasser wieder abperlt und vom Stoff abgleitet.
Imprägnierung oder Membran: Was ist der Unterschied
Der DWR-Hinweis in der Beschreibung einer Jacke bedeutet, dass das Außenmaterial mit einer wasserabweisenden Substanz behandelt wurde, die verhindert, dass Wasser aufgesaugt wird, und es stattdessen Perlen bilden lässt. Bei einer Membranjacke wird Regenwasser von einer separaten Schicht unter dem Stoff zurückgehalten. Selbst bei einer völlig intakten Membran kann die Jacke also außen nass werden und sich schwerer anfühlen — das ist kein Zeichen für einen Defekt, sondern ein Signal dafür, dass die äußere Beschichtung abgenutzt ist. Der Unterschied zwischen den Funktionen von Imprägnierung und Membran wird im Pflegeleitfaden der norwegischen Marke Norrøna ausführlich erklärt.
Vor der Imprägnierung — die Reinigung
Selbst wenn die Imprägnierung rein formal noch nicht abgerieben ist, kann der Stoff durch Verschmutzungen anfangen, Wasser aufzusaugen: durch Hautfette, Schmutz oder Rückstände von Sonnencreme. Genau deshalb empfehlen Hersteller wie Patagonia, die Pflege mit einer gründlichen Wäsche zu beginnen. Für eine Membranjacke sollte ein flüssiges Waschmittel gewählt werden, das speziell für solche Kleidung entwickelt wurde, und die Waschtemperatur muss mit dem Pflegeetikett abgeglichen werden. Für gewachste Baumwolle gelten andere Regeln: Der Hersteller rät dazu, verschmutzte Stellen von Hand zu reinigen und bei Bedarf die Wachsschicht zu erneuern. Maschinenwäsche, Trockner und Bügeln sind für gewachste Jacken absolut tabu.
So prüfen Sie, ob die Imprägnierung noch funktioniert
Wenn die gewaschene Jacke vollständig trocken ist, machen Sie den einfachen Test, den Arc'teryx empfiehlt: Besprühen Sie Schultern, Ärmel und andere zuvor nasse Bereiche leicht mit Wasser. Wenn die Tropfen abperlen, funktioniert die Imprägnierung noch. Wenn sich das Wasser auf der Oberfläche ausbreitet und in den Außenstoff einzieht, ist es Zeit für eine neue Imprägnierung. Untersuchen Sie die Jacke vor der Behandlung unbedingt von innen: Wenn sich das Nahtband gelöst hat oder die Materialschichten verrutscht sind, wird ein Spray das Problem nicht lösen — in diesem Fall sollten Sie sich an eine Fachwerkstatt für Funktionsbekleidung oder an den Hersteller wenden.
Imprägnieren: Spray oder Einwasch-Imprägnierung (Wash-In)
Bei einer Jacke mit einem Futter, das Feuchtigkeit vom Körper wegtransportiert, ist ein Spray am bequemsten: Damit wird nur das Außenmaterial behandelt, ohne die Membran zu beeinträchtigen. Wenn der Hersteller erlaubt, das gesamte Kleidungsstück in der Waschmaschine zu imprägnieren, eignet sich ein kompatibles Wash-In-Mittel. Befolgen Sie beim Auftragen eines Sprays, wie etwa Nikwax TX.Direct Spray-On, die Anweisungen auf der Flasche: Sprühabstand, Einwirkzeit und Trocknungsmethode können je nach Produkt variieren. Wiederholen Sie nach dem vollständigen Trocknen den Wassertest, um sicherzugehen, dass die Tropfen wieder abperlen.
Spezialfälle: SHAKEDRY und GORE-TEX
Für Jacken mit einer GORE-TEX-Membran, einer äußeren Textilschicht und einer DWR-Imprägnierung richtet sich die Pflege nach den Anweisungen des jeweiligen Herstellers — prüfen Sie zuerst das Etikett, ob das Kleidungsstück in den Trockner darf und gebügelt werden kann. Bei SHAKEDRY-Jacken liegt die Membran außen, weshalb diese Modelle ausschließlich an der Luft getrocknet werden. Sie dürfen weder in den Trockner noch gebügelt oder mit einer herkömmlichen DWR-Imprägnierung behandelt werden. Die Missachtung dieser Einschränkungen kann die Konstruktion der Jacke dauerhaft beschädigen.