Die in der Kindheit gebildete Immunität ist kein lebenslanger Schild. Im Laufe der Zeit lässt der Schutz vor Infektionen nach, und der Körper benötigt Unterstützung. Das Gesundheitsministerium der Ukraine ruft Erwachsene auf, die Wiederimpfung nicht zu ignorieren, und betont, dass der Schutz vor gefährlichen Infektionen ein Leben lang notwendig ist.

Laut offiziellen Daten, die vom Ministerium auf Facebook veröffentlicht wurden, gibt es einen klaren Impfplan für Erwachsene, der schwere Erkrankungen verhindern kann. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Kostloser Schutz: Diphtherie und Tetanus

Der wichtigste Punkt im nationalen Impfkalender für Erwachsene ist die Wiederimpfung gegen Diphtherie und Tetanus. Gemäß den Regeln muss diese alle 10 Jahre ab dem 16. Lebensjahr durchgeführt werden.

Der Hauptvorteil dieser Maßnahme ist ihre Zugänglichkeit. Die Impfung gegen Diphtherie und Tetanus wird im Rahmen des staatlichen Programms kostenlos angeboten. Sie kann beim eigenen Hausarzt erhalten werden.

Saisonale Bedrohungen: Grippe und COVID-19

Angesichts sich ändernder epidemiologischer Bedrohungen empfehlen Experten, den Schutz gegen Grippe jährlich aufzufrischen. Der optimale Zeitpunkt für die Impfung gilt als der Zeitraum vor Beginn der Epidemiesaison.

Auch die Impfung gegen COVID-19 bleibt aktuell. Das Gesundheitsministerium hebt die Notwendigkeit dieser Maßnahme besonders für Risikogruppen hervor, bei denen die Folgen einer durchgemachten Infektion am schwerwiegendsten sein können.

Kostenpflichtige Impfungen: Schutz vor Hepatitis und Krebs

Es gibt eine Reihe von Impfstoffen, die nicht in den nationalen Impfkalender für Erwachsene aufgenommen sind und gegen Gebühr angeboten werden. Ärzte empfehlen jedoch dringend, diese in Betracht zu ziehen, um das Sicherheitsniveau zu erhöhen.

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Hepatitis B gewidmet werden. Personen, die in der Kindheit nicht geimpft wurden, wird empfohlen, einen Impfzyklus durchzuführen, da der Erreger dieser Infektion schwere Leberschäden verursachen kann.

Für diejenigen, die zuvor nicht erkrankt waren, kann eine Impfung gegen Hepatitis A relevant sein. Darüber hinaus bleibt die Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) von kritischer Bedeutung. Sie hilft, die Entwicklung einer Reihe von Krebserkrankungen zu verhindern, einschließlich Gebärmutterhalskrebs, Rachenkrebs und Krebs der Geschlechtsorgane.

Experten stellen fest, dass Impfungen gegen HPV in jedem Erwachsenenalter sinnvoll sind, solange eine Person ein Sexualleben führt. Dies ermöglicht es, den Körper vor neuen Virustypen zu schützen, auf die er stoßen könnte.

Sorge für die zukünftige Generation

Eine separate Empfehlung betrifft zukünftige Eltern. Das Gesundheitsministerium rät dazu, sich noch vor der Geburt des Kindes gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Dies ermöglicht es, eine Immunbarriere zu schaffen und das Neugeborene vor einer gefährlichen Krankheit in der Zeit zu schützen, in der es noch zu jung für eine eigene Immunisierung ist.

Wie erfahren Sie, was Sie benötigen?

Um einen individuellen Impfplan zu erstellen und herauszufinden, welche Impfungen Ihnen fehlen, müssen Sie sich für eine Beratung an Ihren Hausarzt wenden. Der Spezialist hilft dabei, den aktuellen Immunitätsstatus zu bewerten und gibt Empfehlungen gemäß dem nationalen Kalender.

Zur Erinnerung: Seit dem 1. Januar 2026 ist in der Ukraine der aktualisierte Nationale Kalender für prophylaktische Impfungen in Kraft getreten. Eine der wichtigsten Änderungen betrifft Kinder: Die zweite Dosis der Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) wird nun mit 4 Jahren und nicht mehr mit 6 Jahren verabreicht.

Den neuesten Daten zufolge wächst das Vertrauen in Impfungen im Land. Eine Umfrage von UNICEF und dem Gesundheitsministerium zeigte, dass sich mehr als 80 % der Eltern und Vormünder positiv zu Impfungen äußern.